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Media Markt Tiefpreisgesetz gilt nur bedingt bei Onlineanbietern

19.06.2001 | 16:09 Uhr |

Bundesweit wirbt Media Markt provokant mit seinem "Tiefpreisgesetz". Doch die Online-Preisagentur Dealtime hält dagegen und nennt für eine Reihe von Produkten günstigere Anbieter. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung empfiehlt Dealtime "cleveren Konsumenten", sich in solchen Fällen von Media Markt den Differenzbetrag erstatten zu lassen. Viele Verbraucher fragen sich nun: Geht das?

Bundesweit wirbt Media Markt provokant mit seinem "Tiefpreisgesetz". Doch die Online-Preisagentur Dealtime hält dagegen und nennt für eine Reihe von Produkten günstigere Anbieter. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung empfiehlt Dealtime "cleveren Konsumenten", sich in solchen Fällen von Media Markt den Differenzbetrag erstatten zu lassen. Viele Verbraucher fragen sich nun: Geht das?

Der CD-Brenner Yamaha 2100E soll zum Beispiel bei einem über Dealtime ermittelten Online-Anbieter 399 Mark kosten - im "tiefpreisgestärkten" Media Markt aber satte 499 Mark. Oder ein Sony Fernseher, Modell KV28FQ75FS, steht beim Media Markt für 3399 Mark im Regal, bei einem Anbieter, der über Dealtime vermittelt wird soll das Gerät nur 1.927 Mark kosten, also 43 Prozent weniger.

Kann ich als Kunde also gleich zum nächsten Media Markt laufen und die Hand aufhalten? Mitnichten. Janina Knab, Pressesprecherin des Media Markts, erläuterte der PC-WELT die Gültigkeit des "Tiefpreisgesetzes".

Es dürfen nur Produkte mit vergleichbaren Leistungen verglichen werden. Damit sind vor allem Garantiezeit, Garantieleistung, die tatsächliche Beschaffenheit des Produktes und die Verfügbarkeit gemeint. Also zum Beispiel: Halte ich das Produkt meiner Begierde schon in wenigen Tagen in meinen Händen, wenn ich es online bestelle, oder muss ich erst vier Wochen warten, bis es lieferbar ist? Gibt es zu dem online erhältlichen Produkt eine deutsche Garantiekarte, oder muss ich meine potenziellen Forderungen an eine Adresse im Ausland richten?

Als ein echtes Manko der Online-Angebote würde sich Janina Knab zufolge die Verfügbarkeit erweisen. Frau Knab bestätigte der PC-WELT gegenüber, dass Produkte, die online preiswerter als im Media Markt angeboten werden, in der Regel nicht sofort lieferbar wären. Ihr sei außerdem noch kein Fall bekannt sei, in dem ein Kunde in einer Media Markt Filiale tatsächlich auf ein über eine Preisagentur vermitteltes preiswerteres Produkt verweisen konnte.

Allerdings kommt es in der Tat gelegentlich vor, dass Kunden einen Artikel bei einem anderen Anbieter zu einem günstigeren Preis finden würden. In solchen Fällen würde es sich aber zumeist um andere Handelsketten handeln. Dieses Produkt würde dann dem Kunde, der den günstigeren Konkurrenten ausfindig gemacht hat, zum gleichen Preis angeboten.

Bei Preisvergleichen sollten Kunden außerdem darauf achten, ob Liefer- und Transportkosten schon im Preis des Onlineangebotes enthalten sind. Bei den von Dealtime genannten Preisen ist dies nicht der Fall, wie uns Ilka Bickmann, Director Communications von Dealtime mitteilte.

Wie Ilka Bickmann der PC-WELT weiter mitteilte, lag der Fokus des Preisvergleiches ausschließlich auf den Preisen. Zusätzliche Service-Leistungen für die exemplarisch vorgestellten Produkte könnten bei der Menge der Artikel nicht untersucht werden. Dealtime wolle mit seiner Informationsaktion nur explizit darauf hinweisen, dass die beim Media Markt angegebenen Preise keineswegs immer die niedrigsten sind. Der Media Markt würde mit einigen ausgewählten "Lockvogelpreisen" werben, viele andere Produkte würde es aber bei anderen Anbietern preiswerter geben.

Dealtime selbst verlangt für seine Vermittlungsdienste keine Gebühren vom Kunden. Stattdessen finanziert sich diese Preisagentur seit einem Jahr über die Produktanbieter.

PC-WELT Produkt Datenbank

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