Lockvögel auf dem Prüfstand

Media-Markt-Prospekt im Schnäppchen-Check

Freitag, 13.04.2012 | 11:55 von Michael Schmelzle, Friedrich Stiemer, Thomas Rau, Verena Ottmann & Ines Walke-Chomjakov
PC-WELT checkt, ob es sich im aktuellen Media-Markt-Prospekt wirklich nur um Tiefpreise handelt.
Vergrößern PC-WELT checkt, ob es sich im aktuellen Media-Markt-Prospekt wirklich nur um Tiefpreise handelt.
© Media Markt / Media Markt
Ostern ist vorbei, doch der Mediamarkt preist immer noch sein Oster-Lieferpaket mit gratis Service-Leistungen an. Ob die angebotenen Produkte ihr Geld überhaupt wert sind, prüft unser Preis-Check.
"Unser Hase ist der Bringer", verspricht Media Markt im aktuellen Prospekt und erklärt: "Liefern, aufstellen, anschließen: alles geschenkt." Diese kostenlosen Service-Leistungen gelten für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte (ab 300 Euro) und sind bis zum 30. April 2012 befristet. 

Da ist es verlockend, ohne groß nachzudenken, sofort zuzugreifen. Doch sind die beworbenen Highlights überhaupt ihr Geld wert? Unser schonungsloser Preis-Check bewahrt Sie vor potentiellen Fehlkäufen!

Die Lockvögel der ersten Seite

 

Casio Exilim EX-ZS100 für 77 Euro

Seit September letzten Jahres auf dem Markt, kostete die 14-Megapixel-Kamera ursprünglich 180 Euro UVP. Neben einem 12,5fach-Zoomobjektiv bietet die Einsteigerkamera ein 2,7-Zoll-Display und ist für den Preis ein echtes Schnäppchen.

Grundig 40 VLE 8130 BG für 555 Euro

Der Media-Markt-Preis ist genauso hoch wie der, den Sie bei Amazon finden. Dieser wiederum entspricht dem günstigsten Angebot im Web. Insofern ist der Preis fair. Der TV mit 40 Zoll (102 Zentimeter) Bilddiagonale bietet Triple-Tuner, LED-Backlight und CI-Plus-Slot, hat jedoch keine 3D-Funktion.

 

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Notebooks

 

Dell Inspiron Q17R für 799 Euro

Als PC-Ersatz auch für anspruchsvollere Aufgaben empfiehlt sich das Dell-Notebook mit großem 17,3-Zoll-Display. Rechenleistung und Ausstattung bietet es mit dem Vier-Kern-Prozessor Core i7-2670QM, 8 GB Arbeitsspeicher und einer Terabyte-Festplatte mehr als genug – und mehr als die meisten Nutzer eigentlich brauchen, denn der Quad-Core und der riesige Arbeitsspeicher bringen bei den meisten Programmen kaum Vorteile. Dell hätte besser eine etwas kräftigere Grafikkarte als die Nvidia Geforce GT 525M eingebaut, die bei der maximalen Displayauflösung von 1600 x 900 Bildpunkten für aktuelle Spiele zu schwach ist.
 
Asus A73BR-TY040V für 499 Euro

"Spartaner mit großer Klappe" schreibt Media-Markt über das Asus-Notebook mit 17,3-Zoll-Display – nicht gelogen, denn das einzige was hier wirklich groß ist, ist der Bildschirm. Der AMD-Prozessor E-450 (1,66 GHz) ist langsamer als ein Core i3, die Grafikkarte Radeon HD 7470M taugt höchstens  für ältere Spiele - die 6 GB RAM bringen bei diesen Voraussetzungen dann auch kein Tempo-Plus mehr. Fazit: Wenn Sie nur ein Notebook mit großem Bildschirm für Textverarbeitung suchen, geht der Preis in Ordnung. Alle anderen sollten mindestens einen Hunderter mehr anlegen.
 
Sony VPC-EH3M1E für 649 Euro

Die Besonderheit des Sony-Notebooks ist das Blu-ray-Laufwerk. Allerdings ist dafür, der 15,5 Zoll große Bildschirm mit einer Auflösung von nur 1366 x 768 Bildpunkte nicht wirklich geeignet. Per HDMI-Ausgang können Sie das Notebook aber immerhin als Blu-ray-Zuspieler für einen großen Fernseher nutzen. Wenn Sie auf Blu-ray verzichten können, sollten Sie nicht zum Sony-Notebook greifen. Für die gebotene Ausstattung mit Core i3-2350M und Einsteiger-Grafikkarte Geforce 410M ist es ansonsten viel zu teuer.
 
Acer Aspire 7750G-2671675Mnkk für 999 Euro

Nochmal ein PC-Ersatz-Notebook mit großem 17,3-Zoll-Display und Vier-Kern-Prozessor Core i7-2670QM. Im Gegensatz zum Dell-Modell stimmt mit der AMD Radeon HD 6850M immerhin die Grafikleistung – höchstens bei ganz aktuellen Spiele müssen Sie in der maximalen Auflösung von 1600 x 900 Bildpunkten die Effekte etwas nach unten drehen. Der Lockvogel beim Acer-Notebook ist der immense Arbeitsspeicher von 16 GB: Das bringt aber in den allermeisten Programmen keinen Vorteil – höchstens wenn Sie häufig aufwändige Bild- oder Videobearbeitung machen – und auch hier reichen 8 GB eigentlich aus. Die bessere Alternative ist eine Konfiguration des Aspire 7750G, die Amazon für 1079 Euro anbietet : Bei gleichem Prozessor und gleicher Grafikkarte, gibt’s zwar nur 8 GB RAM, aber dafür ein Blu-Ray-Laufwerk und zur 750 GB großen Standard-Festplatte noch eine SSD mit 120 GB dazu, die das Notebook mehr beschleunigt als das riesige RAM im Media-Markt-Modell.
 
Asus A54C-S0325V für 379 Euro

Für Sparfüchse: Zum Surfen und Texte schreiben ist das Asus-Notebook gut genug. Zukunftsfähige Rechenleistung dürfen Sie sich vom Pentium-Prozessor B940 allerdings nicht erwarten und auch die Festplatte ist mit 320 GB nicht wirklich üppig. Immerhin können Sie per USB 3.0 einen schnellen und großen externen Datenspeicher anschließen.

 

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Monitore

 

Samsung Syncmaster T24B350EW für 229 Euro

Hier haben wir ein echtes Schnäppchen, denn im Web müssen Sie für den Monitor mit TV-Funktion gut 20 Euro mehr hinlegen. Wer einen Zweitfernseher für den Schreibtisch sucht und mit einer Bilddiagonale von 24 Zoll (60 Zentimetern) zufrieden ist, kann sich das Modell mit LED-Backlight ruhig ansehen.

Acer G24HQbid für 149 Euro

Für diesen Monitor finden sich nur ganz wenige Vergleichsangebote im Web, die genau auf dem Media-Markt-Preis liegen. Insofern macht man keinen Fehler mit dem 24-Zoll-Bildschirm (60 Zentimeter), aber auch kein wirklich gutes Geschäft.

Philips 247E3LHSU für 179 Euro

Das Monitor-Modell gibt es zu demselben Preis auch bei Saturn. Im Web liegen die Angebote häufig auf gleichem Niveau oder einen Tick höher. Der Bildschirm mit LED-Hintergrundbeleuchtung und 24-Zoll-Bildschirmdiagonale (60 Zentimeter) kann dann in Frage kommen, wenn man ein Gerät mit eingebauten Lautsprechern sucht.

 

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Digitalkameras

 

Panasonic Lumix DMC-TZ22 für 219 Euro

Dieses so genannte Travelzoom-Modell ist ca. ein Jahr alt und hatte damals eine UVP von 399 Euro. Die Kamera hat eine Auflösung von 14 Megapixeln, ein 16fach-Zoomobjektiv und einen GPS-Empfänger. Im Internet gibt’s die TZ22 jedoch bereits für 10 Euro günstiger – also kein Schnäppchen bei Mediamarkt.

Nikon Coolpix S9100 für 166 Euro

Die Kamera ist ein gutes Jahr alt und hatte damals eine UVP von 330 Euro. Ihre technischen Daten: 12 Megapixel und 18fach-Zoomobjektiv. Im Internet ist die Kamera allerdings zum gleichen Preis zu finden.

Canon Powershot SX40 HS für 366 Euro

Die Kamera ist seit Oktober 2011 erhältlich und kostete damals 470 Euro. Die Bridge-Kamera beeindruckt mit einem 35fach-Zoomobjektiv und einer 12-Megapixel-Auflösung. Minimal beeindrucken konnte auch der Mediamarkt-Preis: Der Internet-Preis liegt nur geringfügig darunter.

Canon EOS 1100D mit EF-S 18-55mm für 379 Euro

Die aktuelle Einsteiger-DSLR von Canon wurde im Februar 2011 zu einer UVP von 549 Euro mit Objektiv vorgestellt. Der Mediamarkt-Preis entspricht dem im Internet. Test der Canon EOS 1100D mit EF-S  


Nikon D3100 mit Nikkor 18-55mm für 455 Euro

Die 14-Megapixel-Spiegelreflexkamera ist schon seit September 2010 auf dem Markt – damals zu einer UVP von 649 Euro inklusive Objektiv. Im Internet gibt’s die DSLR mittlerweile zum gleichen Preis wie bei Mediamarkt. Test der Nikon D3100  

 

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Multifunktionsgeräte

 

Epson Stylus SX235W für 55 Euro

Der Media Markt liegt im Preis für dieses Multifunktionsgerät genau auf dem, was derzeit im Web üblich ist. Vorsicht bei solchen Einsteiger-Kombigeräten: Sie sind in der Anschaffung günstig, aber üblicherweise in der Folge teuer in den Seitenpreisen. Gleichzeitig ist das Druck- und Kopiertempo erfahrungsgemäß überaus langsam. Highlight an diesem Modell: die WLAN-Schnittstelle.

HP Photosmart 5510 e-All-in-One für 99 Euro

Das Multifunktionsgerät gibt es gut 20 Euro günstiger im Web. Allerdings bundelt es der Media Markt mit einer Schwarzpatrone. Das erscheint auf den ersten Blick als ein Schnäppchen. Doch auch die Patrone findet sich im Internet günstiger. Wen das nicht vor einem Kauf abhält, erhält mit dem HP-Modell ein solides Tinten-Kombi für zu Hause, das im PC-WELT-Test ganz ordentlich abgeschnitten hat.  Test des HP Photosmart 5510 e-All-in-One  

HP Photosmart 7510 e-All-in-One für 139 Euro

Der Preis für das Multifunktionsgerät ist exakt so hoch wie derzeit im Web. Insofern macht man keinen Fehler, wenn man zugreift. Vorausgesetzt, man benötigt ein Kombigerät mit Fax-Funktion und Vorschaudisplay.


 

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Desktop-PCs

 

Microstar Prof. I31500 / 8232 DE für 499 Euro

"Hohe Leistung. Tiefer Preis.": Weder das eine, noch das andere trifft auf den Microstar-PC zu. Hohe Leistung in Multimedia- und Büro-Anwendungen dürfen Sie erwarten, aber im Thema Gaming hinkt der Rechner aufgrund der schwachen Grafikkarte hinterher. Auch der Prozessor ist kein Leistungsmonster, sondern deckt lediglich alle alltäglichen Arbeiten ab. Die Festplatte bietet mit 1,5 TB ausreichend Platz. Aber für diese Konfiguration fast 500 Euro zu verlangen ist zu teuer.


HP Pavillon p6-2172eg für 799 Euro

Der Desktop-PC von HP punktet vor allem mit einem starken Intel Core i7-Prozessor und einer integrierten TV-Tuner-Karte. Die Grafikkarte ist kein Highend-Produkt, genügt aber für das Spielen aktueller Games auf mittleren bis hohen Details. Mit 799 Euro hält sich Media Markt exakt an die unverbindliche Preisempfehlung der Herstellers. Günstiger finden Sie das System nirgendwo - außer Sie stellen sich selbst einen PC zusammen.


Asus Essentio CM6730-DERE37 Silent für 599 Euro

Der als "Datenflüsterer" bezeichnete Komplett-PC von Asus kommt mit einem rechenstarken Prozessor und einem großen Arbeitsspeicher daher. Auch Schnittstellen wie USB 3.0 und HDMI lassen sich nutzen. Leider eignet sich die AMD-Grafikkarte nicht zum Spielen, für Multimedia- und Büroarbeiten genügt die Leistung. Warum Media Markt den Rechner als Datenflüsterer bezeichnet, konnten wir den reinen Ausstattungsmerkmalen nicht entnehmen. Rund 600 Euro ist für dieses System nicht gerade günstig.

Aktueller Media-Markt-Prospekt: Navigationsgeräte

 

Arival NAV-PNU 43 Zentraleuropa für 66 Euro

Das Navigationsgerät gibt es bei Lidl gut 15 Euro günstiger, allerdings nur mit Deutschland-Karte. Die Europa-Version umfasst 23 Länder. Mehr Highlights gibt es nicht am Navi.


 

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