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McAfee: Virenautoren ändern ihre Taktik

06.07.2006 | 15:59 Uhr |

Es gibt immer mehr Viren, Würmer und Trojaner. Bis zum Jahr 2008 rechnet das Sicherheitsunternehmen McAfee mit 400.000 Malware-Definitionen. Die Virenautoren ändern aber zunehmend ihre Ziele: Statt zweifelhaftem Ruhm wollen sie Geld.

Im Jahr 2008 soll es 400.000 unterschiedliche Viren, Würmer und Trojanische Pferde geben. Das prognostiziert McAfee .

Derzeit zählt das Sicherheitsunternehmen 200.000 unterschiedliche Malware-Definitionen. Virenautoren würden immer neue Schadroutinen programmieren, so McAfee. In den letzten zwei Jahren hätten die Virenautoren ihre Bemühungen gesteigert und seien zu neuer Höchstform aufgelaufen, was die Zahl der produzierten Malware betrifft.

In den Jahren vor 2002 verzeichnete McAfee dagegen eine deutliche Stagnation, die Zahl der Viren und Würmer blieb relativ konstant bei um die 50.000. Seit 2002 legen sich die Virenautoren aber mächtig ins Zeug.

Das ist die schlechte Nachricht. Es gibt aber auch eine gute. Denn der Trend bei den ernsthaften Massenausbrüchen ist genau entgegen gesetzt. Gab es 2004 noch 48 größere Virenausbrüche, die auf der Skala von McAfee mindestens die Einstufung als "mittelkritisch" bekamen, so kam es 2005 nur noch zu zwölf größeren Ausbrüchen. Und 2006 gelang es noch überhaupt keiner Malware, in großem Ausmaß Rechner zu infizieren.

Für Entwarnung gibt es McAfee zufolge aber keinen Grund, ganz im Gegenteil. Die rückläufigen Zahlen bei den großen Infektionen lassen sich nämlich nicht etwa dadurch erklären, dass moderne Malware ungefährlich beziehungsweise stümperhaft programmiert ist oder die Schutzprogramme so gut sind. Laut McAfee haben die Virenautoren ganz einfach ihre Taktik geändert. Setzten die Schöpfer von Loveletter und Co. einst noch auf spektakuläre Massenausbrüche und demzufolge intensiver Berichterstattung in den Medien, um sich dann im Glanz ihres zweifelhaften Erfolgs zu sonnen, so verfolgen moderne Virenautoren ganz andere Ziele. Sie gieren nicht nach Ruhm, nein, sie wollen Geld. Und das bekommt man einfacher durch unspektakuläre aber dafür gezielte Angriffe auf die "richtigen" Ziele. Anders gesagt: Die Malware-Schöpfer wurden professioneller. So versuchen sie beispielsweise PINs oder TANs abzufangen oder an sonstige Zugangsdaten zu gelangen.

Die immer größer werdende Zahl von Malware-Definitionen stellt die Hersteller von Antivirensoftware zudem vor programmiertechnische Probleme. Denn ältere PCs mit weniger Rechenleistung müssen vor der gewaltigen Zahl an Virendefinitionen immer öfters kapitulieren oder sie laufen beim Einsatz moderner Virenscanner nur noch langsam. Reagiert ein Anwender darauf genervt, schaltet er vielleicht den Virenscanner aus oder stoppt zumindest die Aktualisierung der Virendefinitionen. Mit möglicherweise fatalen Folgen für seinen PC.

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