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Handynutzer fürchten Sicherheitslücken

11.02.2008 | 13:44 Uhr |

Rund 75 Prozent aller Handynutzer zweifeln an der Sicherheit bei Multimedia-Downloads und erwarten zudem von ihren Netzbetreiber, dass er entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreift. Das ergab eine neue Studie zur Handysicherheit.

Das Sicherheitsunternehmen McAfee hat mit dem Mobile Security Report 2008 eine neue Studie zur Handysicherheit vorgestellt. Dafür wurden online 2000 Verbraucher aus Großbritannien, Japan und den USA nach ihren Erfahrungen, Erkenntnissen und Sorgen rund um etablierte und neue Mobilfunkdienste befragt. Die Antworten stammen zu gleichen Teilen aus den drei Ländern. Das Ergebnis dürfte erklären, weshalb der von den Mobilfunkanbietern erhoffte Bezahlboom via Handy bislang ausblieb.

Denn fast drei Viertel der Handybesitzer zweifeln an der Sicherheit von Mobildiensten wie Multimedia-Downloads, Überweisungen oder elektronischen Tickets. 86 Prozent der Handynutzer sehen sich konkreten Risiken wie überhöhten Abrechnungen, Datenverlust oder Datendiebstahl ausgesetzt. 34 Prozent hält die Sicherheit mobiler Kommunikationsgeräte und Dienste generell für unzureichend. 79 Prozent benutzen wissentlich ungeschützte Geräte. Weitere 15 Prozent wissen nicht, wie sicher ihre Handys sind. 59 Prozent der Kunden erwarten, dass die Netzbetreiber für die Sicherheit der Geräte und Services sorgen.

55 Prozent der Befragten stehen dem Zahlungsverkehr und Bankgeschäften per Handy skeptisch gegenüber. Mehr als 40 Prozent halten den Empfang von Multimediadaten sowie digitale Eintrittskarten, Park-, Flug- oder Fahrscheinen für riskant. Unter den mobilen Internetsurfern liegt das Risikobewusstsein um 80 Prozent höher als bei denen, die noch nie per Handy im Web unterwegs waren. Gegen mindestens einen der genannten neuen Dienste hegen gut 72 Prozent der Nutzer Vorbehalte. Die Bedenken sind umso weiter verbreitet, je stärker der Markt gesättigt ist.

Mobilfunknetze werden zwar noch nicht so oft und so massiv angegriffen wie vernetzte Computer, doch nimmt sowohl die Zahl als auch die Raffinesse solcher Attacken zu, wie McAfee betont. Mehr als jeder zehnte Befragte hatte entweder selbst schon einen Virus auf dem Mobilgerät oder kennt jemanden, dem dies passiert ist. Einschlägige Erfahrungen scheinen das Vertrauen in die Technik nachhaltig zu erschüttern: 80 Prozent der Betroffenen fürchten, auch Freunde oder Kollegen könnten Opfer eines Handyviruses werden.

Der SMS-Missbrauch eskaliert ebenfalls. Deutlich mehr als ein Drittel der Nutzer gab an, im Schnitt mindestens einmal pro Monat unerwünschte Kurznachrichten zu erhalten. Besonders akut ist das Problem in Japan. Über ein Viertel der Mobilfunker wird dort täglich mit SMS-Spam belästigt.

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