Razzia

McAfee-Gründer festgenommen wegen illegalen Waffenbesitzes

Montag den 07.05.2012 um 13:45 Uhr

von Benjamin Schischka

John McAfee festgenommen
Vergrößern John McAfee festgenommen
© iStockphoto.com/Ivan Fisun
Sechs Uhr morgens in der Karibik: John McAfee wird unsanft geweckt, rennt nackt aus dem Haus und die Polizei erschießt seinen Hund. Eine Zeitung berichtet.
Die regionale Nachrichtenseite The Reporter aus Belize (früher Britisch-Honduras) berichtet über eine Polizei-Razzia im belizenischen Anwesen von McAfee-Gründer John McAfee. Die Polizeieinheit Gang Suppression Unit (G.S.U.) soll zusammen mit belizenischen Soldaten  und der Belize Special Assignments Group (B-SAG) das Anwesen gestürmt haben – um 6 Uhr morgens am 30. April. Nach einer intensiven Durchsuchung soll die G.S.U. zwar beinahe nichts gefunden haben, so The Reporter. Trotzdem seien McAfee und seine Angestellten rund 14 Stunden lang in Handschellen festgehalten und anschließen aufs Revier gebracht worden. Dort sei er des illegalen Waffenbesitzes beschuldigt worden. Nach Intervention eines Beamten der US-Botschaft wurde McAfee jedoch wieder freigelassen.

Channel5 aus Belize geht näher auf den Waffenfund ein. Die Polizei soll acht Shotguns, zwei Pistolen (9 Millimeter) und fünf Luftgewehre mit Zielfernrohr samt Munition gefunden haben. John McAfee (Jahrgang 1945) soll im Beisein seiner 17jährigen Freundin aufgefunden worden sein.

In einem Interview mit The Reporter soll McAfee gesagt haben, dass er der Polizei alle Lizenzen seiner Waffen gegeben habe – merkwürdigerweise sei aber eine verschwunden. Dann soll McAfee die Brutalität der Razzia geschildert haben. Er sei durch laute Stimmen und ein Megaphon aufgewacht. In dem Chaos sei er nackt rausgerannt, weil er zunächst dachte, dass eine Gang angreife. Stattdessen habe er Soldaten mit automatischen Waffen gesehen. Seinen Aussagen zufolge sollen es 42 Soldaten und Polizisten gewesen sein. McAfee habe sich gerade noch eine Hose anziehen können, da seien die Beamten schon im Haus gewesen. Zum Durchlesen des vorgezeigten Untersuchungsbefehls habe man ihm gar keine Zeit gelassen und ihn sofort gefesselt.

Obwohl die Türen in dem Anwesen nie verschlossen seien, sollen zeitgleich die ersten Türen von Polizisten eingetreten worden sein. Ein Polizist habe einen seiner Wachhunde erschossen. McAfee klagt, dass er weder Essen noch Trinken bekommen habe. Als eine Frau nach Essen gefragt habe, soll ein G.S.U.-Polizist gefragt haben, ob er wie ein Koch aussehe.

McAfee soll hinzugefügt haben, dass er der Polizei über eine Million Dollar gespendet habe. Und er sehe die Ursache des Problems in einer Spendenweigerung an einen geschlagenen Politiker. Er wolle aber nicht das Land verlassen, weil er es liebe. Und er warnt, dass es auch jeden (amerikanischen) Touristen treffen könne.

The Reporter zitiert abschließend die Pressemitteilung der G.S.U. Daraus geht hervor, dass McAfee wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen wurde. Weil er die Lizenz aber später vorweisen konnte, sei er freigelassen worden. Außerdem habe man Hinweise erhalten, dass im Anwesen von McAfee Antibiotika unerlaubt hergestellt würden. Letzteres bestreitet McAfee. Er habe lediglich Antiseptika hergestellt. Das Labor sei zudem schon vor 18 Monaten geschlossen worden. Seitdem werde es als Lagerraum verwendet.

Die G.S.U. habe zudem drei seiner Sicherheitsangestellten festgenommen, weil sie keine Lizenz besitzen würden.

Montag den 07.05.2012 um 13:45 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • Navigatiko 23:20 | 08.05.2012

    Die Rache der Steuerparadiese?

    Warum lebt Herr McAfee denn in so einem lausigen Entwicklungsland? Die verkauf(t)en auch Passports an chinesische Millionäre - inzwischen benötigen diese diesen Fluchtweg aber gar nicht mehr, da es in China einen roten Kapitalismus gibt.

    Oder wegen seiner jungen Frau - weil im verlogen prüden USA das nicht geht.
    Wegen des Waffenbesitzes immerhin hätte er keinen Ärger in den USA bekommen.
    Bald wird man hier auch Waffen benötigen um sich vor Salaf(asch)isten:bse: zu schützen

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