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IBMs Watson besiegt Menschen bei Jeopardy

17.02.2011 | 11:25 Uhr |

IBMs Supercomputer Watson hat in der dritten Folge der US-TV-Quizsendung Jeopardy seine zwei menschlichen Kontrahenten klar geschlagen. Den Kampf Mensch gegen Computer konnte Watson damit für sich entscheiden.

IBM Super-Computer Watson hat nach der zweiten Runde am Dienstag auch in der dritten Runde am Mittwoch bei der US-Quizshow Jeopardy klar gesiegt. An drei Tagen trat der von IBM entwickelte Rechner gegen zwei Jeopardy-Quiz-Experten an. In der finalen Runde am Mittwoch konnte Watson insgesamt 77.147 US-Dollar erspielen und lag damit deutlich vor seinen menschlichen Gegnern. Die Jeopardy-Champions Brad Rutter und Ken Jennings kamen dagegen auf eine Gewinnsumme von 21.600 US-Dollar und 24.000 US-Dollar.


Für den Gesamtsieg nach drei Runden war ein Preisgeld in Höhe von 1 Million US-Dollar ausgelobt. Dieser Gewinn ging mit dem Sieg von Watson an IBM. Das Unternehmen wird die volle Summe für wohltätige Zwecke spenden. Highlight der dritten Sendung war die Szene, in der Watson auf "This two-word phrase means the power to take private property for public use as long as there is just compensation" korrekt mit "What is eminent domain?" antwortete und sich die beiden menschlichen Konkurrenten sichtlich beeindruckt zeigten. 


Im Experiment hat Watson nicht nur erfolgreich demonstriert, dass ein Computer in der Lage ist, bei einem Quiz zu siegen. Viel wichtiger: Bei Jeopardy gilt es, die Antworten als Fragen zu formulieren. Dass dies auch ein Computer kann, hat Watson ebenfalls demonstriert.

Die Forscher bei IBM haben vier Jahre mit dem Bau von Watson verbracht. Der Computer kommt auf eine Rechenleistung von 80 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops). Dafür werden 90 Prozessoren mit insgesamt 2800 Prozessorkernen und 16 Terabyte Arbeitsspeicher benötigt.

Die IBM-Entwickler standen bei Watson vor einer noch viel größeren Herausforderung als seinerzeit bei der Entwicklung des Schach-Computers Deep Blue, der am 11. Mai 1997 den damaligen Schachweltmeister Gary Kasparow schlug. Während beim Schach die Mathematik eine große Rolle spielt und es klare Regeln gibt, spielt bei Jeopardy die Sprache eine große Rolle. Bei Jeopardy gilt es anhand von Stichwörtern die richtige Antwort zu erahnen und diese dann anschließend als Frage zu formulieren.
Auf der Software-Seite kamen bei Watson unter anderem das Dateisystem Apache Hadoop und das Framework Apache UIMA (Unstructured Information Management Architecture), das für die Analyse unstrukturierter Daten zuständig ist. Für die Sprachverarbeitung ist DeepQA zuständig. Watson wurde mit insgesamt 200 Millionen Seiten strukturierter und unstrukturierter Daten gefüttert.


Wenn Watson eine Jeopardy-Aufgabe lösen soll, dann analysiert die Software zunächst den sprachlichen Aufbau der Aufgabe und versucht Schlüsselwörter zu ermitteln, die bei der Lösung der Aufgabe helfen. Dann durchsucht Watson seinen gesamten Datensatz und ermittelt die möglichen Lösungen. Anschließend kommen über 6 Millionen logische Regeln zum Einsatz, um die beste Lösung herauszufiltern. Abschließend formuliert Watson eine Frage, die die Lösung enthält - so wie es die Regeln von Jeopardy verlangen.
Pläne für eine neue Jeopardy-Partie oder ein neue Version von Watson hat IBM nicht. Die bei Watson eingesetzten Technologien will IBM in unterschiedlichen Gebieten, wie etwa dem Gesundheitswesen einsetzen, um Antworten auf schwierige Fragen zu finden. Außerdem ist IBM der Ansicht, dass Watson die Art und Weise verändern wird, wie Menschen mit Maschinen interagieren.

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