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Mobilfunker müssen ihr Festnetz-Geschäft ausbauen

Dass Vodafone jetzt auch noch das Festnetz des schwedischen Unternehmens Tele2 in Italien und Spanien für 775 Millionen Euro kaufen will, beweist die gesteigerte Bedeutung dieses Geschäftszweiges für den Mobilfunkanbieter, sagt das britische Marktforschungsunternehmen Analysys.

Als Vodafone im Jahr 2002 den deutschen Mobilfunker D2 Mannesmann übernahm, wollten sie die Festnetz-Tochter Arcor so schnell wie möglich loswerden und suchten einen Käufer. Heute können sie froh sein, dass sie damals keinen gefunden haben, denn Arcor trägt mit seinem profitablen Telefon- und DSL-Geschäft wesentlich zum Konzernergebnis bei. Dass Vodafone jetzt auch noch das Festnetz des schwedischen Unternehmens Tele2 in Italien und Spanien für 775 Millionen Euro kaufen will, beweist die gesteigerte Bedeutung dieses Geschäftszweiges für den Mobilfunker, sagt das britische Marktforschungsunternehmen Analysys.

"Breitband-Services im Festnetz können Mobilfunkern zusätzliche Einnahmen bringen in der jetzigen Zeit, in welcher der durchschnittliche Erlös pro Kunde bei der mobilen Sprachtelefonie sinkt und es weiterhin schwer ist, echte Zuwächse bei den Nicht-Sprach-Einnahmen zu erreichen", sagt Mark Heath, Marktforscher von Analysys. "Die Bündelung von Festnetz-Breitband mit vorhandenen Molbilfunkangeboten ist eine schnelle Möglichkeit für neue Einnahmen und kann zusätzlich ein effektives Mittel sein, um bestehende Kundenbeziehungen zu erhalten." Die Bedeutung des Festnetzes werde weiter steigen, weil die Mobilfunker immer mehr Femtozellen einsetzen. Das sind kleine Funkstationen in Gebäuden mit schlechtem Handy-Empfang, welche die Mobilfunk-Gespräche einfach über festinstallierte Internet-Zugänge leiten.

Vodafone verkauft bereits DSL-Anschlüsse über seine Tochterfirma Arcor in Deutschland und seine Kooperation mit dem britischen Festnetzanbieter BT. Durch den Zukauf in Italien und Spanien können sie nun ihre vier wichtigsten Märkte in Europa abdecken. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich jetzt auch andere Mobilfunkunternehmen ins Festnetz einkaufen werden oder Partnerschaften eingehen", sagt Heath. Damit ließen sich zwar auf kurze Sicht die Einnahmen erhöhen, aber insgesamt seien die Gewinnspannen im Geschäft mit dem Festnetz-Breitband nur schmal. Deswegen könnten Mobilfunker ohne eigenes Festnetz, die lediglich Großhandelsverträge mit DSL-Anbietern haben, kaum billige Breitband-Services anbieten, ohne ihr Gesamtgeschäft zu schädigen.

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