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Unternehmen oft mit Lücken in Domain-Portfolios

09.07.2008 | 11:52 Uhr |

Der Domain-Manager-Dienst NetNames hat eine neue Suite von Brand-Monitoring-Lösungen vorgestellt, die dem Schutz von Marken vor Online-Missbrauch dient.

"Es gibt viele, teils sehr große Unternehmen, die noch deutliche Lücken in ihren Domain-Portfolios haben", betont Bernd Beiser, Geschäftsführer bei NetNames Deutschland . Dabei besteht immer die Gefahr, dass im Internet beispielsweise Produktfälscher Markennamen missbrauchen. Die drei jetzt vorgestellten Tools bieten unterschiedlich detaillierte Auswertungen zur Verwendung von Markennamen im Web, die einen Umgang mit solchen Risiken erleichtern sollen. Spitzenprodukt ist der "Brand Monitor", ein umfassendes Suchwerkzeug, das nicht nur Domainnamen, sondern den gesamten Content des Internet beobachtet.

Wirklich alle Domains zu einem Namen zu sichern, ist eigentlich nicht möglich - Tippfehler, Variationen und Zusammensetzungen müssten berücksichtigt werden. "Das wäre nicht bezahlbar", hält Beiser fest. Auch wäre es gar nicht sinnvoll - eine Domain "autohaus-name.de" würde einen T-Shirt-Produzenten desselben Namens kaum stören, so Beiser. Die Beobachtung von Domains, in denen ein Name vorkommt, sei aber dennoch wichtig. "Viele mittelständische Unternehmen sind mit dem Thema Nachbauten und Fälschungen konfrontiert", nennt Beiser einen Grund. Im Internet könnte ein deutscher Anbieter auf den Vertrieb von Kopien über eine Domain mit ungewöhlicher Endung, aber auch über Webseiten mit leichten Variationen des Firmen- oder Markennamens stoßen. Ob zu einem Schlüsselwort relevante Domains registriert werden, kann mit dem NetNames-Basisprodukt "Domain Alert" beobachtet werden. Der "Domain Monitor" analysiert zusätzlich automatisch, wofür die Registrierungen dienen. Durch Filter hilft das Tool, für den Ruf einer Marke potenziell schädliche Nutzungen wie Klick-Seiten oder Weiterleitungen zu Porno-Seiten zu identifizieren.

Das umfassendste Angebot ist der Brand Monitor. "Dabei geht es darum, mit intelligenter Suche relevante Inhalte im Web zu finden", beschreibt Beiser. Unter Verwendung von Schlüsselworten, die sinnvoll in Verbindung gesetzt werden, dient das Tool dazu, jede Art der potenziellen Gefahr für einen Markennamen von Domainnamen bis hin zu Äußerungen in Blogs oder Foren zu finden. "Es handelt sich um eine hochperformante Suchmaschine", betont Beiser. Mithilfe von Filtern und Whitelists für unternehmenseigene Webangebote soll sie möglichst gezielt Markenmissbrauch, rufschädigende Äußerungen oder unvorsichtige Online-Aktivitäten von Mitarbeitern finden. Spürt die Suche strafrechtlich relevante Inhalte auf, könnte ein Unternehmen entsprechende Schritte einleiten. Doch auch auf berechtigte, fundierte Kritik durch Kunden könnte die umfassende Suche stoßen. "Wie ein Unternehmen in solchen Fällen vorgeht, liegt natürlich bei ihm", meint Beiser. Ein Eingehen auf Beschwerden sei vorstellbar - das könnte dem Ruf des Unternehmens zuträglich sein.

Basis für die als Entry-Level-Produkte gedachten Angebote ist laut Beiser die Such-Engine von Envisional , das ebenso wie NetNames zur Group NBT gehört. "Mit der Engine können wir noch viel mehr, beispielsweise eine Logo-Suche durchführen", betont Beiser. Die umfassenderen Möglichkeiten der Envisional-Engine würden unter anderem von Unternehmen der Film- und Musikindustrie genutzt. (pte/jp)

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