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Mangelndes Sicherheitsbewusstsein bei Jugendlichen

17.07.2006 | 16:45 Uhr |

Eine Studie zeigt, dass Teenager in Europa die Gefahren der Internet-Nutzung nicht ernst genug nehmen. Oft wissen sie gar nicht welchen Risiken sie sich aussetzen.

Mit Beginn der Ferienzeit werden Jugendliche noch mehr Zeit vor dem PC verbringen als ohnehin schon. Sie benutzen Tauchbörsen, plaudern freimütig in Chat-Räumen über ihre privaten Interessen und laden sich von zweifelhaften Web-Seiten Programme herunter, die sie nicht auf enthaltene Malware prüfen.

Eine von McAfee in Großbritannien veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Teenager der Risiken ihres Verhaltens im Internet zu wenig bewusst sind. Im Rahmen der Studie wurden in sechs europäischen Ländern Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren befragt. Insgesamt 615 Teenager aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden beantworteten Fragen zu ihren Internet-Gewohnheiten.

Die Studie zeigt, dass sich 40 Prozent der Befragten nicht um Viren und andere Malware kümmern, wenn sie sich Musik oder Videos aus dem Internet herunter laden. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) nutzen regelmäßig Dateitauschbörsen wie Kazaa oder Limewire. Dabei ist ihnen auch nicht klar, dass ihre eigenen privaten Dateien in die Hände von Kriminellen fallen können.

Ein Viertel der Befragten kümmert sich nicht um das Thema Sicherheit, wenn sie online gehen. Etwa 30 Prozent prüfen eher selten, ob ihrer Sicherheits-Software noch auf dem aktuellen Stand ist. 37 Prozent scannen weder Downloads noch Mail-Anhänge auf Malware, bevor sie die Dateien öffnen. Lediglich 21 Prozent sind darum bemüht die Sicherheit des Familien-Computers (oder ihres eigenen) nicht zu gefährden.

Während 56 Prozent der Teenager Tauschbörsen nutzen, kaufen lediglich 15 Prozent digitale Inhalte wie Musik bei legalen Online-Anbietern wie Itunes oder Musicload. Unter den niederländischen Jugendlichen nutzen sogar drei Viertel Filesharing-Dienste und mehr als die Hälfte ist bei der Internet-Nutzung gänzlich frei von Risikobewusstsein.

In Deutschland nutzen hingegen lediglich 17 Prozent der Befragten regelmäßig Tauschbörsen, ebenso viele kaufen Musik bei legalen Online-Shops. Nur 19 Prozent kümmern sich gar nicht um mögliche Gefahren im Internet. Jedoch prüfen 35 Prozent weder Downloads noch Mail-Anhänge auf Malware. Immerhin sind sich 60 Prozent der deutschen Teenager darüber im Klaren, dass sie durch Malware-Befall ihre eigenen digitale Schätze wie Videos und Musik verlieren könnten.

Während drei Vierteln der deutschen Jugendlichen bekannt ist, dass ihre persönlichen Daten von Hackern gestohlen werden können, wissen 68 Prozent noch immer nicht, was Phishing ist. Von Spyware haben 56 Prozent noch nichts gehört und einem Drittel ist nicht klar, dass ihr PC von Dritten übernommen und zum Versenden von Spam missbraucht werden könnte. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) gibt in Chat-Räumen freimütig persönliche Informationen preis, das sind weit mehr als in jedem anderen der untersuchten Länder.

Bei Briten und Deutschen ist noch ein gewisses Sicherheitsbewusstsein zu verzeichnen, während Spanier und Holländer am unteren Ende der Tabelle landen. Ob sich Mädchen und Jungen in ihrem Online-Verhalten unterscheiden, wurde in dieser Studie nicht untersucht.

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