Aber war das schon alles? Wie soll "E-Business für alle“ funktionieren, wenn man noch gar keine Produkte hat, die man über das Web anbieten könnte?
Die Online-Konferenz bringt mehr Klarheit. Den Zuhörern wird Network-Marketing schmackhaft gemacht – eineinhalb Stunden lang geht es um vorhandene oder nicht vorhandene Talente, um Verkaufsstrukturen, werden Binsenweisheiten zum Besten gegeben: Beispielsweise, dass sich Produkte, die im Trend liegen, besser verkaufen lassen als solche, die gerade nicht gefragt sind. Schließlich kommt dabei heraus, dass eigentlich jeder im Network-Marketing erfolgreich sein kann, der bereit ist, etwas dafür zu tun.
Um es auf den Punkt zu bringen: Man soll künftig die Produkte eines bestimmten Herstellers kaufen und dafür wieder Käufer werben, die ihrerseits weitere Käufer werben usw. Das ganze ist also ein Schneeball- oder Pyramidensystem. Nur dass man neue Käufer nicht persönlich anspricht, sondern via Internet Adressen sammeln muss, die dann von einem Verkaufsteam beackert werden. An den Verkaufserfolgen soll man beteiligt werden.
Jetzt erfährt man in der Online-Konferenz auch, um welche Produkte es überhaupt geht: Aloe-Vera- und Bienenprodukte der Firma Forever Living Products (
FLP) – Kosmetik, Nahrungsmittelergänzung, Gesundheit.
Wer sich jetzt dazu entschließt, Mitglied in diesem Network zu werden, muss investieren und ein Starterpaket für 179 Euro kaufen.
Die Online-Konferenz findet jeden Dienstag und Freitag statt. Die meisten Konferenz-Teilnehmer (ungefähr 15 waren zugeschaltet, nicht alles neue Interessenten, sondern auch Mitarbeiter von Enet-Power) finden das System am Ende der Konferenz toll. Es darf vermutet werden, dass sich jedes Mal einige Teilnehmer für das Starterpaket entscheiden – fällt der Groschen?
Wie bei Pyramidenspielen üblich: Den letzten beißen die Hunde. FLP gibt es seit über 25 Jahren. Das Web ist bereits voll mit Sites von FLP-Distributoren, die alle nach weiteren Geschäftspartnern suchen.
In Diskussionsforen findet man auch kritische Anmerkungen dazu. Ehrliche FLPler schreiben, dass sie nicht die Umsätze haben, die sich eigentlich hätten ergeben sollen. Im allgemeinen antworten darauf "erfolgreiche“ FLPler, die sogleich auf ihre eigene Web-Site verweisen…
Sind Sie auf etwas gestoßen und dachten "Das ist doch der Hammer"? Melden Sie sich mit Ihrer Geschichte bei der PC-WELT-Redaktion (hammer@pcwelt.de).
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