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MSN ist Hauptziel von IM-Attacken

10.01.2008 | 14:05 Uhr |

Die meisten Malware-Attacken über Instant Messenger haben im letzten Jahr auf Nutzer des Windows Live Messengers gezielt. Die Angriffe über IRC haben im Jahr 2007 stark zugenommen.

Zu den weniger beachteten Einfalltoren für Malware zählen Instant Messenger und P2P-Netze. Das Sicherheitsunternehmen Facetime , das auf diese Verbreitungswege spezialisiert ist, hat seine Erkenntnisse über das Malware-Vorkommen im letzten Jahr veröffentlicht. Insgesamt hat Facetime im Jahr 2007 1088 Malware-Ereignisse verzeichnet, die Instant Messenger, Peer-to-Peer-Netze und Chats betrafen.

Die Mehrzahl der IM-Angriffe, 45 Prozent, zielte demnach auf Nutzer von Microsofts Windows Live Messenger (vormals MSN Messenger). An zweiter Stelle folgt Yahoo mit 20 Prozent und dicht dahinter AOL (AIM, ICQ) mit 19 Prozent. Die übrigen gut 15 Prozent entfallen unter anderem auf Jabber-basierte IM-Netze, deren Anteil sich gegenüber 2006 mehr als verdoppelt hat.

Bei den Malware-Ausbrüchen, die nicht auf IM-Netze zielten, war vor allem der stark angestiegene Anteil von IRC-basierten Angriffen auffällig. Dieser stieg von 58 Prozent im Jahr 2006 auf 72 Prozent am Ende des Jahres 2007. Die Nutzung von Social Engineering zur Verbreitung von Malware hat im letzten Jahr deutlich zugenommen, sowohl in IM-Netzen als auch in Web-Communities (sozialen Netzwerken) wie Myspace. Beim Social Engineering werden keine Sicherheitslücken in der Software ausgenutzt sondern die Schwachstelle Mensch.

So suchte zum Beispiel der Wurm W32/Impard-A Anfang Juli 2007 neue Opfer über den AIM und Microsofts Live Messenger, indem er Nachrichten in verschiedenen Sprachen verschickte. Er konnte sich außerdem auch über das P2P-Netzwerk Bittorrent verbreiten.

Wie W32/Impard-A versuchte auch Worm.Win32.Skipi.b im September 2007 mit vorgeblichen Foto-Links Opfer anzulocken. Er nutzte jedoch die Chat-Funktion von Skype zur Verbreitung und hatte dazu Textbausteine in englischer, lettischer und russischer Sprache zur Verfügung.

Instant Messenger und P2P-Netze sind auch deshalb beliebte Wege zur Verbreitung von Malware, weil diese Datenströme oft nicht in dem Maße auf Risiken überprüft werden wie etwa Mails oder Web-Downloads.

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