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Windows 2000 sicherer als XP und Vista?

13.05.2008 | 16:07 Uhr |

Ein Anti-Malware-Anbieter hat ermittelt, dass Windows Vista das Microsoft-Versprechen nicht einlöst das sicherste Windows aller Zeiten zu sein. Rechner mit Windows 2000 sollen sicherer sein.

Das australische Sicherheitsunternehmen PC Tools , selbst Anbieter von Anti-Malware-Lösungen, will heraus gefunden haben, dass Computer mit dem betagten Windows 2000 sicherer vor Malware-Infektionen sind als solche mit Vista oder gar XP. Vista sei zwar sicherer als XP, jedoch nicht mit dem von Microsoft verkündeten Vorsprung. Während PC Tools ermittelt hat, dass Vista um immerhin 37 Prozent sicherer ist als XP, gibt Microsoft, basierend auf einer anderen Datenerhebung, einen Vorteil von 60 Prozent für Vista an.

PC Tools hat mit der Hilfe von Anwendern seines Schutzprogramms ThreatFire mehr als 1.4 Millionen PCs auf Malware-Befall überprüft. Gezählt wurden auf den Rechnern installierte Schadprogramme. Die Auswertung hat für Windows XP 1021 Infektionen pro 1000 PCs ergeben, für Vista 639, für das betagte Windows 2000 586 und für Server 2003 478 Infektionen.

Dem gegenüber hat Microsoft im April verkündet , Vista sei um 60 Prozent sicherer als XP. Der Hersteller stützt sich dabei auf die Auswertung der Ergebnisse seines Malware Removal Tool (Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software). Das Resultat hier: 2,8 Prozent infizierte Rechner mit Vista, 7,2 Prozent mit XP SP2 und 5 Prozent mit Windows 2000 SP4 (einschließlich der Server-Version).

Während das MRT ein Signatur-basierter Scanner ist, der auf eine begrenzte Zahl von weit verbreiteten Schädlingen fokussiert ist, stützt sich ThreatFire vor allem auf die Verhaltensanalyse von Programmen. Nach Ansicht von Michael Greene, Vizepräsident bei PC Tools, können Signatur-basierte Scanner nicht mehr mit den ständig automatisch neu generierten Malware-Dateien Schritt halten. Deshalb habe PC Tools die Schutzlösung ThreatFire entwickelt. ThreatFire enthält allerdings auch einen Signatur-Virenscanner.

Die Zahlen für Windows 2000 und Server 2003 sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, denn sie sind kaum mit denen für Vista und XP vergleichbar. Die beiden Erstgenannten finden sich eher selten auf Rechnern von Privatanwendern, die damit im Internet unterwegs sind. Sie sind vorwiegend im Unternehmensumfeld anzutreffen, wo weitaus häufiger als in Privathaushalten Firewalls, Gateway-Scanner, Spam-Filter und Desktop-Antivirusprogramme für mehr Schutz sorgen.

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