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Malware-Trends: Trojanische Pferde weiter auf dem Vormarsch

16.07.2007 | 16:01 Uhr |

Während alle anderen Malware-Typen rückläufig sind, steigt die Zahl der neu entdeckten Trojanischen Pferde weiter an. Zugleich machen Trojanische Pferde auch den größten Teil der neuen Schädlinge aus.

Die Zeit der massiven Ausbrüche einzelner Viren oder Würmer ist allem Anschein nach vorbei. Das Ziel der Malware-Programmierer ist heute vor allem finanzieller Gewinn, Ruhm und Anerkennung unter Ihresgleichen haben kaum noch Bedeutung. Nach Analysen des Antivirus-Herstellers Panda Software sinkt der Anteil von Viren und Würmern an neu entdeckter Malware immer mehr, während Trojanische Pferde weiter an Bedeutung gewinnen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres waren 83 Prozent der neu entdeckten Schädlinge Trojanische Pferde. Sie waren zugleich für 26 Prozent der von Pandas Online-Scanner ActiveScan erkannten Infektionen verantwortlich. Würmer machen nur noch acht Prozent der Neuentdeckungen aus, Adware und Spyware folgen mit fünf und zwei Prozent dahinter. Dialer und andere unerwünschte Programme verlieren weiter an Bedeutung, da sie nicht genug Profit abwerfen.

Noch deutlicher wird der Trend zur Kommerzialisierung der Malware-Szene bei einer Rückschau auf die letzten sechs Jahre. Im Jahr 2000 zählte Panda kaum 1000 Schädlinge, die auf Gewinnerzielung ausgerichtet waren, im Jahr 2006 waren es 250.000. Von solchen Steigerungsraten können andere Branchen nur träumen. Heute beherrschen international agierende kriminelle Organisationen das Bild, betrügerische Bankgeschäfte und Identitätsdiebstahl haben sich zu den populärsten Geschäftszweigen der Online-Kriminalität entwickelt.

Statt großer Ausbrüche einzelner Schädlinge werden heute viele Varianten eines Schädlings erstellt, von denen jede für sich genommen eher geringe Verbreitung erfährt. Dadurch lösen die Messfühler von Sicherheitsunternehmen keinen Großalarm mehr aus. Doch die scheinbare Ruhe täuscht - statt recht offensichtlich Computer außer Gefecht zu setzen, werden heimlich Bank- und Kreditkartendaten sowie Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen ausspioniert und weiter verkauft.

Trojanische Pferde sind zur Allzweckwaffe der Online-Kriminalität geworden. Sie sind vielfältig einsetz- und verteilbar, leicht zu variieren und bereits für kleines Geld zu bekommen. Mit Hilfe der ebenfalls groß in Mode gekommenen Rootkits können sie sich relativ lange unentdeckt auf einem PC austoben.

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