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Malware-Infektionen im Europavergleich

06.06.2013 | 15:23 Uhr |

Laut Microsoft steht Rumänien an der Spitze Europas, soweit es infizierte Rechner betrifft. Die größte Dichte an Malware-Sites weist Luxemburg auf. Deutschland bewegt sich im Mittelfeld der europäischen Staaten.

In einer dreiteiligen Artikelserie im Microsoft Security Blog hat Tim Rains die umfangreichen Daten aus Microsofts Sicherheitsbericht SIR für die Europäische Union (EU) ausgewertet und die Ergebnisse zusammengefasst. Demnach weist Rumänien innerhalb der EU die größte Dichte infizierter Rechner auf. Dies errechnet sich aus der Zahl infizierter Rechner pro 1000 mit dem Schädlingsbekämpfer MSRT geprüfte PCs. Rumänien erreicht hier eine unrühmliche Quote von 12,4, der weltweite Durchschnitt liegt bei 6,0.

Rains folgert aus der Mischung der Schädlinge in den rumänischen Top 10, dass Software-Piraterie ein weit verbreitetes Phänomen in diesem Land ist. Insbesondere die Schädlingsfamilien Win32/Keygen und Win32/Wpakill tauchen oft in Zusammenhang mit Downloads raubkopierter Software auf. Dabei ist Win32/Keygen allerdings auch EU-weit der Spitzenreiter der gefundenen Malware.

Unter den Ländern der EU, deren Infektionsrate weit unter dem globalen Durchschnitt liegt, ist auch Deutschland mit etwa 2,1 auf Platz 8. Am besten schneiden hier die skandinavischen EU-Mitglieder Finnland, Dänemark und Schweden ab. Schweden  und Dänemark kommen auf etwa 1,5 infizierte PCs pro 1000, Finnland liegt sogar unter 1,0.

Malware-Sites in der EU
Vergrößern Malware-Sites in der EU
© Microsoft

Auch bei den Websites, die Malware verbreiten, liegt Rumänien weit vorn. Es folgt hinter Luxemburg auf dem zweiten Platz. Hierbei geht es ebenfalls um das Verhältnis zwischen verseuchten und vorhandenen Rechnern (hier: Web-Server). Luxemburg kommt auf 19,3 Malware-Sites pro 1000 Web-Server, Rumänien auf 16,5. Platz 3 belegt Zypern mit 15,7 – gefolgt von Lettland und Litauen. Deutschland liegt mit einer Quote von 7,7 im Mittelfeld der EU und damit auch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 10,85.

Interessant ist die Aussage der obersten Sicherheitsberaterin bei Microsoft für die EMEA-Region, Monika Josi, zur Frage, was die Ländern mit geringerer Infektionsrate besser machen als die anderen. Sie meint, in diesen Ländern spiele vor allem das offene Klima zwischen den beteiligten Parteien aus öffentlichem und privatwirtschaftlichem Sektor eine wichtige Rolle. Dies führe offenbar zu einer IT-Sicherheitsstrategie, die eine breite Unterstützung durch alle Beteiligten erfahre. Internet-Provider nähmen in diesen Ländern ihre Verantwortung wahr, die sich aus ihrer Rolle im IT-Ökosystem ergebe.

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