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Viren sind weiter auf dem Vormarsch

02.12.2008 | 16:06 Uhr |

Unter den häufigsten Schädlingen im letzten Monat sind nicht nur zwei neue Vertreter der Autorun-Familie, auch der Anteil der Viren hat um 15 Prozentpunkte zugenommen. Diese stellen damit inzwischen wieder die stärkste Fraktion.

Noch vor wenigen Jahren ging man allgemein davon aus, dass klassische Dateiviren zwar nicht vom Aussterben bedroht sind, sie jedoch weiter in die Bedeutungslosigkeit absacken würden. Doch in den letzten Monaten hat ihr Anteil wieder stark zugenommen. Die monatliche Malware-Hitliste des Antivirusherstellers Kaspersky Lab zeigt für den November erstmals wieder eine Verteilung, in der Viren die stärkste Fraktion bilden, noch vor den Trojanischen Pferden.

Dateiviren sind Schädlingen, die vorhandene Dateien, meist Programme, infizieren. Sie fügen ihren schädlichen Code in diese Dateien ein oder hängen ihn hinten an, damit er beim Öffnen der infizierten Dateien ausgeführt wird. Bis in die späten 1990er Jahre waren Viren die dominierende Schädlingsgattung und wurden dann durch Würmer abgelöst. In den letzten Jahren waren es hingegen vor allem Trojanische Pferde, die das Bild bestimmten.

Für den November 2008 meldet Kaspersky jedoch, dass sich Viren einen Anteil von 45 Prozent erobert haben und damit gegenüber dem Oktober um 15 Prozentpunkte zulegen konnten. Dieser Trend war zwar absehbar, überrascht jedoch in seiner Deutlichkeit. Trojanische Pferde erreichen nur noch einen Anteil von 40 Prozent, der Rest sind vorwiegend Würmer.

So ist es nicht überraschend, wenn in der Hitliste der 20 häufigsten Schädlinge , die Kasperskys aktuelle Antivirus-Software auf Rechnern weltweit gefunden hat, mit "Sality.aa" ein Virus auf Platz 1 steht. Zu den Neuzugängen gehören auch zwei Vertreter der Autorun-Familie, die mit insgesamt vier Schädlingen in des Top 20 steht. Sie verbreiten sich Wurm-artig über Wechselmedien und Netzwerkfreigaben. Wegen dieser Eigenart und ihrer starken Verbreitung hat das US-Militär seinen Soldaten kürzlich die Benutzung von USB-Sticks verboten .

Position

Veränderung

Name

1

+3

Virus.Win32.Sality.aa

2

0

Packed.Win32.Krap.b

3

Neu

Trojan-Downloader.WMA.GetCodec.c

4

-1

Worm.Win32.AutoRun.dui

5

+3

Trojan-Downloader.Win32.VB.eql

6

Neu

Worm.Win32.AutoRun.rja

7

0

Packed.Win32.Black.a

8

Neu

Exploit.JS.RealPlr.nn

9

Neu

Trojan-Downloader.JS.Tabletka.a

10

-5

Trojan-Downloader.JS.IstBar.cx

11

-1

Trojan.Win32.Agent.abt

12

Neu

Trojan-Downloader.Win32.Agent.anje

13

+2

Virus.Win32.VB.bu

14

Neu

Worm.Win32.Mabezat.b

15

Neu

Worm.Win32.AutoRun.eee

16

0

Email-Worm.Win32.Brontok.q

17

-8

Virus.Win32.Alman.b

18

-7

Worm.VBS.Autorun.r

19

Neu

Trojan-Downloader.JS.Iframe.yp

20

Neu

Trojan.Win32.Autoit.ci

Während für die erste Tabelle die Zahl der verseuchten Computer ausgewertet wird, sind in der zweiten Tabelle die infizierten Dateien maßgebend. Das können leicht mehrere Dutzend auf einem PC sein, die mit dem selben Virus infiziert sind. Daher dominieren hier traditionell Dateiviren die Hitliste, seit Oktober steht mit "Mabezat.b" jedoch ein Wurm auf der Pole Position. Die Virenfamilie "Sality" ist zweimal vertreten. Im November hat sich hier gegenüber dem Vormonat bis auf leichte Positionsverschiebungen kaum etwas verändert.

Position

Veränderung

Name

1

0

Worm.Win32.Mabezat.b

2

+1

Virus.Win32.Sality.aa

3

+1

Net-Worm.Win32.Nimda

4

-2

Virus.Win32.Xorer.du

5

+1

Virus.Win32.Parite.b

6

+1

Virus.Win32.Virut.n

7

-2

Virus.Win32.Alman.b

8

0

Virus.Win32.Sality.z

9

+1

Virus.Win32.Small.l

10

+2

Email-Worm.Win32.Runouce.b

11

-2

Virus.Win32.Virut.q

12

+3

Virus.Win32.Parite.a

13

+4

Worm.Win32.Fujack.k

14

-1

Worm.Win32.Otwycal.g

15

-1

Virus.Win32.Hidrag.a

16

Neu

P2P-Worm.Win32.Bacteraloh.h

17

Return

Worm.VBS.Headtail.a

18

-2

Trojan.Win32.Obfuscated.gen

19

+1

Virus.Win32.Neshta.a

20

-2

Trojan-Downloader.WMA.GetCodec.b

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