14.05.2012, 17:44

Frank Ziemann

Malware-Bericht April

Adobe Reader und Java bleiben Hauptangriffsziele

Web-Angriffe im April nach Herkunftsland ©Kaspersky Lab

Web-Angriffe zielen weiterhin vor allem auf Sicherheitslücken in veralteten Plug-ins für Web-Browser. Adobe Reader bleibt Ziel Nummer 1, gefolgt von Java. Zunehmend geraten Android-Geräte ins Visier der Online-Kriminellen.
Der Antivirushersteller Kaspersky Lab hat die Auswertung seiner Malware-Statistiken für den Monat April veröffentlicht. Demnach hat die Antivirus-Software des Herstellers auf den Rechnern seiner Kunden im letzten Monat 280 Millionen schädliche Programme erkannt, 134 Millionen Web-Angriffe verhindert und über 24 Millionen schädliche Web-Adressen entdeckt.
Die Hauptziele der Web-Angriffe sind Schwachstellen in den Browser Plug-ins, vorwiegend in älteren Versionen. So zielten im April 44 Prozent der Angriffe auf Lücken im Adobe Reader. Das ist eine Zunahme gegenüber dem Vormonat um acht Prozentpunkte. An zweiter Stelle folgt weiterhin Java (JRE - Java Runtime Environment), dessen Anteil jedoch von 32 Prozent im März auf 25 Prozent im April zurück gegangen ist. Hierzu dürfte beigetragen haben, dass Apple Anfang April ein Java-Update für Mac bereit gestellt hat, um die Neuinfektionen mit dem Schädling Flashback einzudämmen.
Das dritte Angriffsziel sind Android-Geräte mit einem Anteil von zehn Prozent. Hier sind die Angriffe meist Länder-spezifisch, das heißt japanische Malware-Programmierer zielen auf japanische Nutzer, russische Kriminelle suchen sich russische Opfer. Im April sind in Google Play (vormals Android Market) 30 verschiedene schädliche Apps entdeckt und von 70.000 Anwendern herunter geladen worden.
Unter den Ländern, in denen Internet-Nutzer dem höchste Infektionsrisiko ausgesetzt sind, finden sich, wie schon im Vormonat, allein acht ehemalige GUS-Staaten in den Top 10. Die Rangliste wird von Russland angeführt und durch den Sudan und Bangladesh auf den Plätzen 7 und 10 komplettiert. Länder mit dem dem geringsten Risiko liegen in Afrika (Burkina Faso, Mali, Benin), Asien (Japan, Taiwan) und Europa (Luxemburg, Dänemark).
Luxemburg ist anderseits unter den Top 10 der Länder, aus denen (der Domain nach) die meisten Web-Angriffe kommen. Hier führen die USA mit 28 Prozent vor den Niederlanden und Russland mit je 13 Prozent. Auf Rang 4 folgt bereits Deutschland mit einem Anteil von elf Prozent.
Fazit: die Installation aktueller Sicherheits-Updates bleibt ein wichtiger Baustein bei der Abwehr Web-basierter Malware-Angriffe.
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