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Makaber: Tote kämpfen für Microsoft

24.08.2001 | 12:15 Uhr |

Der seit geraumer Zeit brodelnde Kartellrechts-Prozess gegen Microsoft nimmt immer unglaublichere Züge an. Wie jetzt bekannt wurde, stammen Unterstützungs-Briefe an die Staatsanwaltschaft teilweise von Personen, die nicht mehr unter den Lebenden weilen.

Der seit geraumer Zeit brodelnde Kartellrechts-Prozess gegen Microsoft nimmt immer unglaublichere Züge an. So ist das Büro des Staatsanwaltes von Utah das Ziel einer Briefkampagne von Microsoft-Sympathisanten. Ihr Ziel: Die Regierung soll den Kartellrechts-Prozess beenden und Microsoft entlasten. Dummerweise sind zwei der 400 Verfasser nicht mehr am Leben.

"Es wurde offensichtlich, dass viele der Briefe, die wir erhielten, den selben Inhalt hatten", so Paul Murphy, Sprecher der Staatsanwaltschaft in Utah. "Es war klar, dass sich die einzelnen Personen nicht hingesetzt und die Briefe verfasst haben."

Weitere Nachforschungen seitens der Staatsanwaltschaft förderten weitere Ungereimtheiten zutage. So gab ein Verfasser als Wohnsitz "Tuscon, Utah" an - eine Stadt, die nicht existiert. Weitere Staatsanwälte berichteten von ähnlichen Briefen.

Auch die Gruppierungen der Microsoft-Lobbyisten müssen zumindest kritisch gesehen werden. So erhalten die Redmonder Unterstützung seitens der Organisation "Americans for Technology Leadership" (ATL). Pikanterweise ist Microsoft Mitglied dieser Organisation.

Wenigstens muss Microsoft keine Anzeigen seitens der Staatsanwaltschaft befürchten. So meint Paul Murphy "Es ist eher amüsierend, als sonst etwas."

US-Regierung gegen Verschiebung des Microsoft-Prozesses (PC-WELT Online, 11.08.2001)

Microsoft: Außergerichtliche Einigung? (PC-WELT Online, 16.07.2001)

Microsoft: Klagefront bröckelt (PC-WELT Online, 13.07.2001)

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