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Syriens Dikator Assad liebt iPad, iTunes und westliche Luxuswaren

15.03.2012 | 12:58 Uhr |

Syrische Oppositionelle wollen tausende Mails von dem syrischen Dikator Assad und dessen Frau erbeutet haben. Sie zeigen die Machtstrukturen, die Denkweise und den Reichtum des Syrischen Regierungsclans.

Die über 3000 Dokumente sollen aus privaten Online-Zugängen stammen, die Assad und seiner Frau Asma gehören. Assad nutzte offensichtlich massiv seine privaten Mailzugänge anstelle seines offiziellen Regierungs-Mailaccounts. An diese privaten Accounts berichteten dann regelmäßig Assads Zuträger, Informanten und Helfer – und umgehen so die staatlichen Kontrollen. Die Mails sollen zwischen Juni 2011 und Februar 2012 in die Hände der syrischen Oppositionellen gefallen sein. Ob die Mails authentisch sind, erscheint wahrscheinlich, steht allerdings nicht zweifelsfrei für alle Mails fest. Die englische Tageszeitung The Guardian berichtet jetzt ausführlich auf ihrer Webseite über den Fund .

Der syrische Diktator Bashar al-Assad holte sich zum Beispiel Rat aus dem Iran zur Frage, wie er mit dem Aufstand in seinem Land umgehen soll. Dazu muss man wissen, dass Syrien Irans wichtigster Verbündeter im Nahen Osten ist. Iran braucht Syrien, um beispielsweise die schiitischen Hisbollah-Milizen im Libanon mit Nachschub zu versorgen.

Assad wusste den Mails zufolge im Detail, dass sich westliche Journalisten in der von den Regierungstruppen belagerten Stadt Homs aufhielten. Beim Beschuss durch die syrische Armee kamen mehrere der Journalisten ums Leben.

Während Assads Truppen die Aufständischen mit Panzern, Artillerie und Scharfschützen bekämpfen und anscheinend Massaker unter der Zivilbevölkerung anrichten, gönnte sich Assad laut dieser Mails westliche Designer-Waren, die er via Internet einkaufte: Kerzenständer, Tische und Kronleuchter aus Paris zum Beispiel. Für tausende von Dollar. Zudem scheint Assad ein Fan des Apple iTunes-Store zu sein, wo er viele Lieder für sein iPad einkaufte.

Die vollständige Auswertung der Mails können Sie bei The Guardian nachlesen (englischsprachig).
 

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