125932

Wenn Mails Angst machen

09.09.2008 | 17:39 Uhr |

Sehr verbreitet sind sogenannte Mail-Disclaimer, die den Fall regeln sollen, dass ein Mail den falschen Empfänger erreicht. Doch diese Disclaimer gelten juristisch meist als unwirksam. Einige witzige Beispiele möchten wir Ihnen trotzdem nicht vorenthalten.

Häufig werden die Disclaimer auch Angstklauseln genannt, weil der Empfänger darin in den buntesten Variationen zur Mitwirkung aufgefordert wird. Mal soll er löschen, mal nicht weiterleiten, mal den Absender benachrichtigen oder es werden sogar Verbote ausgesprochen. Man darf aber trotzdem lachen.

Meist stehen die Mail-Disclaimer am Ende der Mails. Prinzipiell handelt es sich dabei um Haftungsbeschränkungen, durch die Haftungsgründe oder der Haftungsumfang einer Vertragspartei reduziert werden soll. Doch genau hier liegt das Problem, denn nach überwiegender Ansicht werden die meisten solcher Disclaimer schlicht als unwirksam angesehen.

Unwirksamkeit

Irgendjemand schickt Ihnen versehentlich eine E-Mail und macht Ihnen dann auch noch Vorschriften? Aus verschiedenen Gründen werden Mail-Disclaimer aus juristischer Sicht für unwirksam erachtet. Da ist zum einen die etwas konstruierte Situation, dass man eine fremde Person auffordert, etwas zu löschen oder sogar zu vergessen, das sie selbst nie haben wollte. Genau deshalb bestand eben gar keine vertragliche Beziehung. Zum anderen muss man bei solchen Disclaimern wohl annehmen, dass es sich um AGBs handelt, und die wiederum müssten für den Empfänger bereits vor dem Öffnen der Mail bzw. vor einem Vertragsschluss einsehbar sein. Daran ändert sich auch nichts, wenn man auf den Gedanken kommt, den Disclaimer an den Anfang der E-Mail zu setzen oder dort einen Hinweis zu platzieren, dass man erst den Disclaimer lesen müsse.

Wirklich wegweisende gerichtliche Entscheidungen gibt es zu diesem Thema bisher nicht. Aber etwa in einem juristischen Blog wird darüber berichtet, dass ein Mail-Disclaimer eine wesentliche Rolle für ein Gerichtsurteil gespielt hat. Wenn man wichtige Informationen per Mail versendet, dann sollte man am besten eine Fehlleitung durch Sorgfalt von vornherein ausschließen oder den vertraulichen Inhalt so verschlüsseln, dass nur der bestimmte Empfänger darauf zugreifen kann.

Sie dürfen lachen

Bei den vielen unterschiedlichen Disclaimern, auf die man im Internet - etwa auf der Internetseite www.angstklauseln.de - oder im eigenen Mail-Account stößt, muss es einem also nicht kalt den Rücken runterlaufen. Im Gegenteil darf man sogar herzlich lachen, denn einige Verfasser übertreiben es ganz gewaltig oder vergreifen sich sogar im Ton.

Lustige Disclaimer

Natürlich spricht nichts dagegen, dass Sie selbst solche Disclaimer mit phantasievollen Formulierungen unter Ihre eigenen Mails setzen. Sie sollten sich eben nur nicht darauf verlassen, dass alles so läuft, wie sie es beschreiben.

Vielleicht als kleine Anregung oder einfach nur um mal wieder herzlich zu lachen stellen wir Ihnen auf der nächsten Seite ein paar Ausschnitte aus besonders lustigen oder gar angsteinflößenden Disclaimern vor.

0 Kommentare zu diesem Artikel
125932