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Deutsche Post gewinnt ADAC für neuen Online-Brief

03.03.2010 | 13:03 Uhr |

Die Deutsche Post AG hat einen ersten Großkunden für ihren neuen Online-Brief gefunden: Den ADAC. Der Automobilclub will damit seinen Mitgliedern mehr Sicherheit bei der Kommunikation bieten.

„Wir wollen unseren Mitgliedern, die mit uns online kommunizieren wollen, größtmögliche Sicherheit bieten“, erklärt ADAC-Geschäftsführer Dr. Karl Obermair die Entscheidung für den neuen Online-Brief der Deutschen Post. Der ADAC sieht vor allem bei der Abwicklung von Online-Geschäften wie beispielsweise dem Autokauf im Internet eine große Chance für den neuen Brief im Internet.
„Nutzer des Briefs im Internet signalisieren dem Geschäftspartner eine hohe Verbindlich- und Verlässlichkeit“, so Jürgen Gerdes, Vorstand Brief Deutsche Post DHL. „Genau wie beim geschriebenen Brief ist der Absender klar, die Inhalte können nicht mitgelesen werden und wir stellen den Brief im Internet genauso verlässlich zu wie den Papierbrief.“ Der Automobilclub prüfe zudem, ob er seine bisherigen Kommunikationswege mit den über 16,8 Millionen Mitgliedern um das Angebot Brief im Internet erweitert.

Einen wichtigen Vorteil des Online-Briefes sieht der ADAC darin, dass er seinen Empfänger auch erreicht, wenn dieser keinen Onlineanschluss hat. Dann druckt die Post den Brief aus und stellt ihn kuvertiert mit dem Postboten zu.

Die Deutsche Post will den Online-Brief erstmals auf der CeBIT vorstellen. Sein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur gewöhnlichen E-Mail besteht darin, dass sich die Benutzer zuvor per PostIdent-Verfahren anmelden und dabei eindeutig identifizieren müssen. Damit will die Post größtmögliche Sicherheit beim Online-Brief gewährleisten und potenzielle Spammer sowie Betrüger von vornherein aussortieren.

Der Online-Brief hat allerdings auch einen erheblichen Nachteil gegenüber der normalen E-Mail: Er ist kostenpflichtig. Marktbeobachter zweifeln deshalb durchaus am Markterfolg des neuen Produktes. Zumal die Deutsche Post bereits einmal mit einem vollmundig angekündigten Mail-Projekt gescheitert ist: Mit der ePost. So hieß die im Jahr 2000 eingeführte Freemail-Variante der Deutschen Post. Sie wurde damals damit beworben, dass man endlich eine lebenslange Mailadresse habe. 2005, also rund fünf Jahre später, war das "lebenlang" zu Ende, die Deutsche Post stellte ePost ersatzlos ein . Ob der ADAC das wusste, als er sich für den Online-Brief entschied...?

Für die Deutsche Post ist der Online-Brief jedoch sehr wichtig : Angesichts rückläufiger Einnahmen aus dem klassischen Briefgeschäft benötigt der ehemalige Monopolist dringend neue Geschäftsfelder mit neuen Einnahmequellen . Zum genauen Marktstart gibt es bisher nur Gerüchte: Der Online-Brief der Deutschen Post soll demnach Mitte 2010 zu Preisen ab 22 Cent kommen .

So ganz neu ist der identifizierungspflichtige Online-Brief übrigens nicht. Auch diverse Freemail-Anbieter forderten einst von künftigen Usern, dass sich diese mit einer existierenden Postanschrift identifizierten. Beispielsweise ging web.de/Freemail bis vor einigen Jahren so vor. Mittlerweile kann man sich aber auch bei Web.de/Freemail mit einem Phantasie-Namen und einer erfundenen Adresse anmelden, eine Überprüfung findet nicht mehr statt.

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