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Die Keynote von Steve Jobs

15.01.2008 | 20:53 Uhr |

Der iTunes Store bekommt einen Filmverleih und die Apple-Notebooks eine dritte Familie: Das Macbook Air. Dazu aktualisiert Apple auch die Settopbox Apple-TV.

Heute ab 18 Uhr hat Steve Jobs erklärt, was es mit dem Spruch "There's something in the air" auf sich hat.

Live-Feeling zum Nachlesen vermittelt der Korrespondent unserer Schwesterzeitschrift Mac-Welt mit seinen Aufzeichnungen im Minutentakt.

18.12 Uhr: Steve Jobs lässt sein Publikum heuer ungewöhnlich lang warten. Doch jetzt geht es los.

18.15 Uhr: Das erste Thema: MAc-OS X 10.5. Das beste Mac-OS X aller Zeiten, schwärmt Jobs.

18.17 Uhr: Eine der wichtigsten Softwareupdates für das neue System und die Intel-Macs kommt heute in den Handel: Microsoft Office 2008. Verhaltener Jubel. Steve Jobs lobt nochmals die Vorzüge von Leopard und beginnt dabei mit Time Machine, der integrierten Backup-Lösung.

18.19 Uhr: Zu Time Machine gibt es eine Ergänzung: Time Capsule. Dieses besteht lediglich aus einer Festplatte mit Airport-Schnittstelle. Backups etwa vom Notebook sind so drahtlos möglich. Mit 500 GB Kapazität klostet das Gerät 300 US-Dollar, mit 1 TB 500 US-Dollar. TIme Capsule hilft all denen weiter, die ihren Mobilrechner nicht mit einem Festplattenkabel verunzieren wollen. Es leigt also tatsächlich etwas in der Luft: Backups. Kommt da noch mehr?

18.20 Uhr: Leopard ist schon heute recht erfolgreich: 20 Prozent aller Macs laufen mittlerweile unter Mac-OS X 10.5, fünf Millionen Exemplare hat Apple seit Ende Oktober verkauft. Es folgt eine Erfolgsmeldung zum iPhone: Bisher hat Apple vier Millionen Stück verkauft, das selbst gesetzte Ziel von 10 Millionen Stück pro Jahr wird Apple erreichen. Im US-MArkt ist Apple mit 19,5 Prozent Anteil die Nummer zwei hinter dem Blackberry-Hersteller RIM (39 Prozent) Palm ist Dritter mit 9 Prozent.

18.25 Uhr: Das SDK für das iPhone kommt planmäßig im Februar. Jobs zeigt Applikationen, die damit möglich sind. Schon jetzt kommt die neue Firmware 1.1.3 mit einige Neuerungen.

18.30 Uhr: Dabei ist etwa eine Karte mit Ortsbestimmung. Macht einen GPS-Empfänger nicht überflüssig, hilft aber zumindest grob weiter. SMS sind nun auch an mehrere Leute zu verschicken, der Home-Bildschirm lässt sich anpassen. Klar, mit zunehmender Programmanzahl wird der unübersichtlich.

18.35 Uhr: Es gibt etwas neues für den iPod Touch: Fünf neue Anwendungen für den per WiFi mit dem Internet kommunizierenden iPod. Jeder seit heute verkaufte iPod-Touch wird damit ausgeliefert: Mail., Aktienkurse, Wetter, Notizen, Landkarten. Wer schon einen hat, bekommt die neue Software für 20 US-Dollar als Upgrade.

18.40 Uhr: Nächstes Thema: Der iTunes Store. An Weihnachten wurde der viermilliardste Song verkauft, dazu sieben Millionen Filme ud 125 Millionen TV-Shows. Ja, iTunes Movie Rental kommt, so wie erwartet. Und nicht nur die bisherigen Partner Apples sind dabei, sondern alle großen Studios. Großer Applaus im Moscone Center!

18.42 Uhr: Über 1.000 Filme stehen zur Verfügung, man soll sie "überall" ansehen können: Auf dem Mac, dem iPod, dem iPhone. Die Filme sind in der Regel 30 Tage nach der DVD-Veröffentlichung im iTunes Store. Schon 30 Sekunden nach dem Start des Downloads kann man den Film starten. Das Ansehen kostet 2,99 US-Dollar oder für neue Filme 3,99 US-Dollar. Innerhalb von 24 Stunden muss der Film aber weggeschaut werden, sonst vergammelt er. Start in den USA heute, international später, wohl noch 2008. Die Filme leigen auch in HD-Qualität vor, kosten dann 4,99 US-Dollar. Wer braucht also noch HD-DVD oder Blu-Ray? Jetzt sollten ein paar Worte zu Apple TV folgen...

18.45 Uhr: Genau: Jobs stellt Apple TV 2.0 vor. Wesentliche Neuerung: Filme und Podcasts lassen sich nun auch direkt beziehen, ohne Umweg über den Computer. Der Fernseher wird mit Apple TV 2.0 also zum Video-Kiosk. Fotos kann man sich vom Rechner auf den Fernseher ziehen oder über .Mac.

18.50 Uhr: Die Oberfläche von Apple TV hat also eine komplette Überarbeitung erfahren und anstatt nur ein Gerät zur Synchronissatoin mit iTunes zu sein, wird Apple TV eigenständig. Jobs zeigt dem Publikum im Moscone Center all die neuen Möglichkeiten, zu denen es auch gehört, YouTube-Videos zu laden. Naja, wer das für relevant hält...

18.52 Uhr: Das war es, was Analysten wünschten: Eine Aufwertung des Apple TV durch einen Videoverleih und mehr Eigenständigkeit. Und für diese Eigenständigkeit musste man nicht einmal streiken!

18.54 Uhr: Apple TV, das wahre Unterhaltungscenter für das Wohnzimmer? Vielleicht in den USA, hierzulande ist das Angebot noch rar. Die Auswahl von Leihfilmen soll aber bequem möglich sein, schon eine Minute nach der Kaufentscheidung läuft der Film an, sofern die Leitung schnell genug ist. Auch Musik lässt sich über Apple TV kaufen. Wie TV-Shows (1,99 pro Folge) synchronisieren sich die gekauften Songs mit dem MAc, sobald dieser angeworfen wurde.

18.55 Uhr: Muss Spaß machen, sich so durch das Vorschau-Angebot von Filmen, Podcast und Musikvideos zu klicken. Jobs dehnt seine Präsentation weiter aus. Apple-TV ist das dritte von vier Themen, die Jobs heute anschneiden will. Inklusive oder exklusive "one more thing"?

18.57 Uhr: Wer seine Bilder bei Flickr oder auf dem .Mac-Account geladen hat, kommt nun auch bequem ran, ohne dass der Mac sich mit Apple TV synchroniseren müsste.

19.00 Uhr: Apple TV 2.0 kostet 229 US-Dollar. 70 US-Dollar weniger als bisher. Schön. Die neue Apple-TV-Software ist als kostenloser Download für registrierte Besitzer der bisherigen Apple-TV verfügbar. In zwei Wochen.

19.02 Uhr: Zeit für den ersten Gastauftritt: Jim Gianopulos, CEO von 20th Century Fox. Der Medienmanager freut sich, die Filme seines Studios an noch mehr Nutzer bringen zu können. Das retardierende Moment der Keynote. Aber mindestens ein Highlight steht ja noch aus.

19.08 Uhr: Apple habe den Filmverleih zwar nicht erfunden, aber revolutioniert. Unter starkem Applaus tritt Gianopulos ab. Der nächste Programmpunkt steht an.

19.10 Uhr: Ja, das weltdünnste Notebook kommt von Apple und heißt Macbook Air. Es löst keine Macbook ab, sondern bildet neben Macbook und Macbook Pro eine dritte Familie der "weltbesten Notebooks". Jobs zeigt es dem raunenden Publikum. Das dickste Teil des Macbook Air ist immer noch dünner als das dünnste anderer Notebooks: Nur noch zwei Zentimeter maximal, an der dünnsten Stelle gar nur noch vier Millimeter. Da war also wirklich etwas in der Luft, nicht nur heiße Luft...

19.15 Uhr: Das Ding wiegt nur noch 1,3 Kilogramm und ließe sich in einen Briefumschlag packen. Wenn der Postmann klingelt... Das Display ist eine Widescreen mit 13,3 Zoll Diagonale, der Verschluss hält magnetisch und die Tastatur hat keine Einschränkungen. Im Gegenteil: Das Track-Pad ist Multi-Touch fähig! Das iPhone lässt grüßen.

19.17 Uhr: 1,8-Zoll-Festplatte 80 GB oder 64 GB SSD. HIntergrundbeleuchtung mit LEDs. Die Prozessoren Core 2 Duo rechnen mit 1,6 GHz oder 1,8 GHz, eine iSight ist freilich auch eingebaut.

19.19 Uhr: Jetzt darf Paul Otelini auf die Bühne und das Macbook Air loben. Erst die Miniaturisierung des Core 2 Duo Chips um 60 Prozent habe ein Gerät wie dieses ermöglicht.

19.22 Uhr: Und warum eigentlich Air? Hebt es beim geringsten Wind ab? Nein, natürlich wegen der drahtlosen Features Bluetooth 2.1 EDR, WLAN 802.11n. Optisches Laufwerk braucht es nicht mehr. Mac-OS X 10.6 muss es dann in zwei oder drei Jahren über die Luft beziehen. Updates können also dauern... Immerhin: Für 99 US-Dollar extra kommt doch noch ein DVD-Laufwerk rein. Immerhin lassen sich LAufwerke anderer REchner über das NEtz nutzen. Mac-OS X 10.6 (Lion?) installieren wir dann also vom MAc Pro oder iMac über die Luft auf das MAcbook Air.

19.25 Uhr: Das Netzfeature nennt Apple "Remote Disk". Der Akku soll für Surfen und mailen fünf Stunden halten. Na, immerhin. Der Preis: ab 1.799 US-Dollar, lieferbar in zwei Wochen. 2 GB RAM sind ab Werk verbaut, das ist für Apple ungewöhnlich viel.

19.27 Uhr: Jobs führt den Macbook-Air-Werbespot vor, der auf die Möglichkeit anspielt, das Notebook in einen Briefumschlag zu stecken. ZUdem das Versprechen: Es handlet sich um ein grünes Notebook. Gehäuse aus Alu, kein Brom, keine weiteren Schadstoffe und sogar die Verpackung verschwendet weniger Material. Obwohl sie aus mehr als einem Briefumschlag besteht.

19.30 Uhr: Zeit für die Zusammenfassung. Time Capsule, iPhone 1.1.3, iTunes Movie Rental, Apple TV 2.0, Macbook Air, das war's wohl für heute.

19.32 Uhr: Kein "one more thing". Aber das Zeug dafür hatte ja das Macbook Air. So spannend musste es Jobs heuer gar nicht machen. Immerhin hat er uns nicht mit zu vielen Wiederholungen belästigt und den neuen Mac Pro nur am Rande erwähnt. Zum Abschluss tritt noch der Grammy-Gewinner Randy Newman auf und gibt ein gar lustige Lied zum Besten. Newman hat auch einen Oscar in seinem Trophäenschrank stehen für den Hit "If I Didn't have You" aus dem Pixar-Film "Monsters Inc."

19.35 Uhr: Dem Publikum im Moscone Center gefällt es. Unsere Kollegen von Macworld halten die Darbietung aber für das Surrelaste, was sie auf der Macworld Expo je gesehen hätten. Würde sogar John Mayer in den Schatten stellen.

19.41 Uhr: Steve Jobs betritt nochmals die Bühne, um die Keynote endgültig zu beenden. Danke fürs Kommen, meint Jobs, danke fürs einschalten, meinen wir.

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