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Macrovision lizensiert Microsoft Kopierschutz-Technologie für Audio-CDs

24.04.2003 | 11:14 Uhr |

Die Kopierschutz-Experten von Macrovision haben Microsofts Kopierschutz "Digital Rights Managment" (DRM) für CDs lizensiert. Der Kopierschutz soll bei kommenden Audio-CDs der großen Plattenfirmen genutzt werden. Den Redmondern gelingt damit ein weiterer Schritt in Richtung lukratives Musikgeschäft.

Die Kopierschutz-Experten von Macrovision haben Microsofts Kopierschutz "Digital Rights Managment" (DRM) für CDs lizensiert. Der Kopierschutz soll bei kommenden Audio-CDs der großen Plattenfirmen genutzt werden. Den Redmondern gelingt damit ein weiterer Schritt in Richtung lukratives Musikgeschäft.

In den USA stoßen Audio-CDs mit Kopierschutz auf wenig Liebe bei den Musikfreunde. Ein Grund dafür ist, dass geschützte Audio-CDs oft Probleme beim Abspielen auf Computern verursachen. Die Plattenindustrie ist schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Lösung für dieses Problem und DRM könnte die Antwort sein.

"Wir hoffen das im Sommer bereits die ersten Tests durchgeführt werden können", sagte Adam Sexton, Vize-Präsident für Marketing bei Macrovision, gegenüber dem Nachrichtendienst Cnet . Im Winter sollen dann in den USA die ersten "major releases" von CDs, die mittels DRM geschützt wurden, in den Handel kommen.

"Kopierschutz funktioniert auch in Europa und da fallen deshalb auch keine Flugzeuge vom Himmel. Die Wirtschaft funktioniert dort weiterhin, trotz der ursprünglichen Untergangsvorhersagen", so Sexton.

Die DRM-Technologie soll die Plattenindustrie weit besser bestimmen lassen können, was der Besitzer einer Audio-CD mit den darauf enthaltenen Liedern machen darf. Auf Wunsch dürfen die Lieder auch auf den PC übertragen werden, allerdings verwehrt der Kopierschutz das direkte kopieren der Musik-Dateien. Stattdessen werden die ebenfalls auf einer Audio-CD enthaltenen vorgerippten Dateien auf den Rechner übertragen. Diese können dann so geschützt sein, dass sie beispielsweise nicht erneut kopiert oder nur auf einen MP3-Player übertragen werden können. Außerdem können die Plattenfirmen beispielsweise festlegen, ob und wie oft ein Lied auf eine CD gebrannt werden kann.

Macrovision gehört zu den "Big Playern" der Anbieter von Kopierschutz-Technologien. Anfang April hatte das Unternehmen gemeldet, dass bereits 100 Millionen kopiergeschützte Audio-CDs produziert worden seien. Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens waren aber bisher Europa und Japan. "Die Menschen (in Europa und Japan, Anm. d. Red.) gewöhnen sich an die Sache. Ich denke der Grund ist, dass die Anwender in diesen Ländern weniger aufmüpfig sind, als amerikanische Konsumenten", sagte damals Macrovision-Chef Bill Krepick.

Macrovision freut sich: 100 Millionen kopiergeschützte Audio-CDs produziert (PC-WELT Online, 03.04.2003)

Konsumenten scheuen kopiergeschützte Musik-CDs (PC-WELT Online, 28.10.2002)

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