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Machtkampf bei Opera: Putschversuch gegen Jon S. von Tetzchner gescheitert

25.06.2007 | 16:33 Uhr |

Opera kämpft normalerweise gegen Microsoft und Mozilla.org um Machtanteile bei den Browsern. Doch in den letzten Tagen kämpfte die norwegische Browserschmiede mit sich selbst. Interne Machtkämpfe hielten die Software-Wikinger in Atem, fünf der sieben Vorstandsmitglieder versuchten Opera-Chef Jon S. von Tetzchner zu stürzen. Doch der Putschversuch scheiterte, von Tetzchner setzte sich durch.

Nils Foldal wurde in die Wüste geschickt
Vergrößern Nils Foldal wurde in die Wüste geschickt
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Jon S. von Tetzchner ist der CEO von Opera Software . Er bestimmt also maßgeblich die Unternehmenspolitik des im hohen Norden beheimateten Softwareunternehmens und ist somit mit- oder sogar hauptverantwortlich für den Erfolg von Opera Software. Womit wir beim Problem wären: Denn der Opera-Browser behauptet trotz interessanter technischer Lösungen nur einen eher kleinen Marktanteil unter den Browsern, weit abgeschlagen hinter dem Internet Explorer und hinter Firefox.

Zudem ist der Aktienkurs von Opera Software seit langem rückläufig. Das alles führte jetzt anscheinend zu einem Machtkampf innerhalb des Unternehmen. Mehrere Vorstandsmitglieder wollten nach diversen englischsprachigen Medienberichten (die sich auf die norwegische Zeitung "Dagens Næringsliv" berufen) offensichtlich von Tetzchner als Vorstandsvorsitzenden ablösen und forderten von Tetzchner zum Rücktritt auf.

Jon S. von Tetzchner (der selbst 15 Prozent der Opera-Anteile hält) konnte aber letzten Donnerstag bei einer Aktionärsversammlung die Mehrzeit der Anteilseigner für sich gewinnen und den Angriff parieren. Von den bisher sieben Vorstandsmitgliedern blieben nur zwei im Amt. Die anderen fünf wurden gefeuert, darunter auch Nils Foldal (siehe Bild). Der neue Vorstand hat jetzt nur noch fünf Mitglieder, darunter drei neue Köpfe. William J. Raduchel wurde als neuer Chairman eingesetzt.

Wenig überraschend. Das Weblog von Opera Software versucht den Putschversuch herunterzuspielen und den Bericht der "Dagens Næringsliv"als weit übertrieben darzustellen, bestätigt aber die Ablösung der fünf Vorstandsmitglieder.

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