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Mac OS X kein Sicherheits-Allheilmittel

08.05.2006 | 12:32 Uhr |

Anwender, die aus Gründen der Sicherheit auf ein Windows-System verzichten und lieber mit Apple-Hard- und -Software arbeiten, sollten sich nicht zu sicher fühlen. Denn mit der steigenden Verbreitung von Apple-Produkten wächst auch das Interesse von Hackern an dem System. Davor warnt eine Untersuchung der Sicherheitsspezialisten des SANS Institute.

Lange Zeit galt Mac OS X als Hort der Sicherheit, während die Festung Windows im täglichen Kampf mit den Gefahren des Internets fast schon sturmreif geschossen wurde. Apple-Anwender belächelten Windows-Nutzer und verwiesen immer wieder darauf, dass ihr System sicher sei.

Doch dem ist nicht so, meinen die Verfasser einer Studie des SANS Institute . Die Sicherheitsspezialisten sind vielmehr der Ansicht, dass die geringe Verbreitung von Apple-Software bislang dazu beigetragen hat, dass sich Malware-Autoren schlicht nicht für das System interessiert haben. Schließlich ist es für einen Virenautor bedeutend effektiver, mit einem Schlag Millionen von Rechnern lahm zu legen, als einige hunderttausend Stück. Doch mit dem wachsenden Marktanteil von Apple , werden die Produkte auch interessanter für Hacker, so das SANS Institute.

"Anwender fühlen sich oft unverwundbar, wenn sie einen glänzenden silberfarbenen Apple besitzen und damit im Web surfen", so Ed Skodis, Direktor bei SANS. Dies könnte jedoch ein Fehler sein, denn "es werden gerade beträchtliche Forschungen nach Sicherheitslücken im Mac OS durchgeführt", so Skodis.

Amol Sarwate, Manager des Vulnerability Management Lab bei Qualys, weist darauf hin, dass im Jahr 2005 etwa 52 Sicherheitslücken in Mac OS X gefunden wurden. In diesem Jahr seien es bislang 17 Lücken. Ein Vergleich zeigt dabei, dass die Bedrohung zunimmt, so wurden im Jahr 2004 mit 24 Lücken weniger als halb so viele entdeckt, wie im darauf folgenden Jahr.

Daneben tragen auch Apples Entscheidungen, Intel-CPUs einzusetzen und die Software Boot Camp herauszugeben, die die parallele Installation von Windows XP auf einem Intel-Mac erlaubt, zur wachsenden Bedrohung bei, so Skodis.

Nun ist es derzeit keineswegs so, dass Mac OS X mit einem Schlag unsicher ist. Apple-Anwender sollten sich aber darauf einstellen, dass Malware und Viren auch für sie zu einem Thema werden könnten.

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