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MVNO Helio bringt koreanische Handys in die USA

02.05.2006 | 13:46 Uhr |

Ein neuer Provider macht Datendienste in Nordamerika alltagstauglich. Die Handys kauft Helio in Südkorea ein.

Der amerikanische Betreibermarkt ist seit Jahren in Bewegung. Neben regionalen Mobilfunkanbietern setzen Verizon, Sprint, Cingular Wireless und T-Mobile die Maßstäbe - viele Amerikaner sind aber oft unzufrieden mit der Verfügbarkeit von Endgeräten, die man in Deutschland an jeder Straßenecke kaufen kann (umgekehrt kann man das genau so sehen). Auch die Service-Vielfalt steckt wie hierzulande noch in den Kinderschuhen. Mobile TV-Angebote, EMail-Services und Blogs sind rar, die 3G-Netze unterstehen den unbeweglichen Telekommunikationsriesen.

Für den neue MNVO Helio - ein "virtueller Netzbetreiber" oder Provider - Grund genug, sein Angebot auf dem US-amerikanischen Markt zu starten. Helio gründet sich aus Ressourcen des südkoreanischen Netzbetreibers SK Telecom und dem amerikanischen Internet-Serviceprovider Earthlink und nutzt die CDMA-Netze von Sprint und Verizon. Der Betreiber will stärker als seine amerikanische Konkurrenz auf bezahlbare Mobilfunkservices setzen und nur Endgeräte ins Regal stellen, die für die neuartigen Dienstleistungen angepasst wurden.

Eines der Kernmerkmale von Helio ist der Zugang zu MySpace.com , einem Portal, über das Millionen Amerikaner täglich ihre privaten Blogs pflegen, im Internet chatten oder Mails schreiben. Diese Entscheidung dürfte dem Anteilseigner SK Telecom zuzuschreiben sein: in Korea betreibt der Telekom-Anbieter das MySpace-Schwesterportal Cyworld. Jede mobil angesurfte Website am oberen Rand eine kleine Yahoo!-Searchbar aufweisen, um dem Nutzer die schnelle Navigation im WWW zu ermöglichen.

Der Service Helio On Top (H.O.T.) liest vom Nutzer konfigurierbare Newsfeeds ein und stellt die Headlines auf dem Startscreen des Handy-Displays dar. Ein breites Angebot an Movietrailern, TV-Shows und Musikvideos sorgt für Unterhaltung im Streaming-Format.

Der neue Helio-Kunde kann sich bei Vertragsabschluss derzeit zwischen zwei Endgeräten entscheiden. Der Helios "Hero" wird von Pantech produziert und verfügt über ein 240x320 Pixel großes Farbdisplay mit 262.144 Farben auf 2,2 Zoll Fläche. Der integrierte Prozessor soll extrem schnelle Multimedia-Anwendungen auf dem Handy ermöglichen, darunter die flüssige Wiedergabe von MPG4-Videos und 3D-Games. 70MB Speicher stehen ihm dabei ab Werk zur Verfügung, nachrüstbar sind dank Transflash-Kartenslot bis zu 512MB. Für ansprechenden Sound sorgen zwei Stereolautsprecher an den Seiten des Geräts. Auch an der Kamera hat der Hersteller nicht gespart: eine Optik mit zwei Megapixeln Auflösung werkelt im schwarzen Slider.

Hero funkt im CDMA 800/1900MHz-Netz und erreicht dank des schnellen Funkstandards EV-DO 1x 3G-Geschwindigkeit. Dabei erreicht der mit 2,5cm nicht gerade schlank ausgefallene Slider eine Gesprächszeit von 3 Stunden und 8 Tage Standby - nicht gerade viel, verglichen mit einigen GSM/UMTS-basierten Modellen, die hierzulande erhältlich sind. Das Modell Helio "Kickflip" ist ein im iPod-Stil gehaltenes Swivel-Handy und wird von VK Mobile produziert. Eine 2-Megapixel-Kamera und ein QVGA-Screen mit 2,2 Zoll Diagonale ermöglichen auch bei diesem Gerät die qualitativ hochwertige Wiedergabe von Videos und mobilen Dateninhalten. Ansonsten ähnelt Kickflip dem Hero in vielen Spezifikationen und ist gerade einmal um einige Millimeter dünner ausgefallen.

Helio bietet seine Geräte in erster Linie dem Kunden nur durch Kauf an: während Kickflip mit $250 zu Buche schlagen wird, soll Hero $275 kosten. Die Nutzung der Dienste des Providers wird auf Basis einer äußerst einfachen Tarifstruktur abgerechnet: Für $85 pro Monat erhält man 1000 Gesprächsminuten und kann die komplette Palette an Services unbegrenzt nutzen. Telefonate in der Nacht und am Wochenende sind bei Helio kostenlos. Einziges Manko, dem Helio als MVNO unterliegt: seine Netzabdeckung steht und fällt mit der seiner Lizenzpartner Verizon und Sprint. Ein Blick auf die USA-Karte verrät: während der Dienst in Ballungsräumen der Ostküste und des Mittelwestens der USA größtenteils mit 3G-Connectivity abdgeeckt wird, ist man bereits auf den Highways vom Datennetz abgeschnitten. Telefonieren können sollte man abgesehen von einigen kleinen weißen Flecken un dem Großraum Alaska aber überall in den USA.

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