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MS forscht an Schutzprogrammen vor Internet-Würmern

07.03.2005 | 16:05 Uhr |

Forscher von Microsoft haben einen Prototypen zum Schutz gegen Internet-Würmer vorgestellt.

Zu den besonders gefährlichen Internet-Würmern zählen jene, die sich selbstständig - also ohne Aktion eines Anwenders - über Sicherheitslücken in der Software verbreiten. Solche Schädlinge können innerhalb von Stunden viele Millionen Rechner befallen.

Ein Forscher-Team bei Microsoft arbeitet seit ein paar Monaten an dem Projekt Vigilante , das gegen solche Bedrohungen Schutz bieten soll. Vergangene Woche führten die Forscher einen Prototypen der Software vor. Das Programm unterscheidet sich von herkömmlicher Schutz-Software in zwei Aspekten: Es arbeitet dezentral und soll den gefährlichen Code mit einem so genannten "honey pot“ (Honigtopf) einfangen.

Zwar gibt es schon einige Projekte, die mit dem Prinzip des Honigtopfs arbeiten, allerdings sind sie umstritten. Der honey pot lockt den Angreifer - das kann ein Hacker sein oder eben auch ein Internet-Wurm - in eine Falle. Von außen sieht der Honigtopf aus, wie eine verwundbare Stelle auf dem Rechner. Unternimmt der Hacker über den vermeintlichen Schwachpunkt einen Angriff, lässt sich dieser einfacher analysieren und abwehren. Allerdings streiten sich Experten, ob ein Honigtopf nicht die Verwundbarkeit eines Rechners erhöht.

Neben dem Honigtopf fällt bei dem Projekt Vigilante auch die dezentrale Struktur auf. Das bedeutet, dass die Software einen Angriff nicht an eine zentrale Stelle meldet, sondern sofort an alle anderen Vigilante-Installationen weiter gibt. Da das Programm auch selbstständig die Angriffe analysiert und Abwehrmaßnahmen einleiten soll, kann es sich sehr schnell gegen einen neuen Internet-Wurm schützen.

Wann aus dem Projekt eine marktreife Software hervorgehen soll, ist nicht bekannt.

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