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Microsoft schlägt SAP

16.04.2009 | 11:45 Uhr |

Microsoft macht dem Branchen-Primus SAP Konkurrenz auf einem Sektor, den SAP seit langem erfolgreich besetzt hat: Enterprise Resource Planning-Software (ERP). Um bis zu 27 Prozent sollen Microsoft-Anwender zufriedener sein als SAP-Kunden, wenn man einer Studie von Keystone Strategy Glauben schenken will.

Eine Studie von Keystone kommt zu einem für SAP wenig schmeichelhaften Ergebnis: Demnach sollen Anwender von Enterprise Resource Planning (ERP), die von Microsoft stammt, zufriedener sein als ERP-Anwender, die mit dem entsprechenden SAP-Produkt arbeiten.

Die Keystone-Studie entstand vor einem erschreckenden und für Unternehmen kostspieligen Hintergrund: So sollen 46 Prozent der nicht gerade preiswerten Lizenzen für ERP-Software ungenutzt bleiben – die Unternehmen werfen also Geld zum Fenster raus ausgerechnet für Software, die beim Sparen und bei der Ressourcenverwaltung helfen soll. Andererseits dürfen viele Mitarbeiter die ERP-Software ihres Unternehmens überhaupt nicht nutzen, weil für sie keine Lizenzen vorhanden sind. Analysten sehen dadurch die Leistungsfähigkeit der ERP-Software erheblich eingeschränkt. Zudem würde ERP-Software oft benutzerunfreundlich sein.

Keystone wollte nun anhand der ERP-Software von Microsoft und SAP genau wissen, wie deren Benutzer die Produkte einschätzen und bewerten. Dabei wurden Kriterien wie Usability (wie leicht ist die Software zu bedienen), Vertrautheit mit dem Produkt (wie schnell kann man den Umgang erlernen? Ist die Software intuitiv?), Transaktions-Effizienz, Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern und Flexibilität (beispielsweise, wenn es darum geht, bisher unberücksichtigte Fragestellungen bewältigen zu müssen) und „Business Insight“ (wie leicht haben die Benutzer Zugriff auf die Berichte, liegen die Berichte in Echtzeit vor und sind sie von allen Abteilungen aus erreichbar) betrachtet.

Keystone befragte Anwender von Microsoft Dynamics NAV, Microsoft Dynamics GP , SAP All-in-One, und SAP R/3 aus rund 100 Firmen, die nach dem Zufallsprinzip ermittelt wurden. Die Befragten stammten aus den Unternehmensbereichen Sales & Marketing, Finanzen und operatives Geschäft. Die Ergebnisse der Studie dürften Microsoft gefallen und SAP auf den Magen schlagen.

Die bewerteten Kategorien im Einzelnen.
Vergrößern Die bewerteten Kategorien im Einzelnen.
© 2014

Denn in der Mehrheit halten die Anwender die ERP-Software von Microsoft Dynamics im Durchschnitt für produktiver. Und zwar um 18 Prozent produktiver, wenn man den Durchschnitt aller sechs abgefragten Kategorien nimmt. Nimmt man die Studienergebnisse für die sechs abgefragten Bereiche einzeln unter die Lupe, zeigen sich durchaus Unterschiede.

Bei der Frage nach der Flexibilität deklassiert Microsoft Dynamics die Konkurrenz regelrecht: Um 27 Prozent liegen die Dynamics-Produkte vor den SAP-Vertretern. Wenn es darum geht, mit der Software schnell vertraut zu werden, liegt Dynamics ebenfalls klar vorn. Bei der Frage nach der Zusammenarbeit mit anderen Kollegen via ERP-Software und bei der Usability verzeichnen die Microsoft-Produkte einen Vorsprung von 20 beziehungsweise 17 Prozent vor der SAP-Konkurrenz.

Bei der Frage nach Business Insight und bei der Effizienz dagegen nähern sich die Bewertungen für SAP und Microsoft an, die Redmonder Produkte führen hier nur um 13 beziehungsweise acht Prozent.

Diese für SAP wenig erfreulichen Ergebnisse stammen aus der Studie „ERP End-User Business Productivity: A Field Study of SAP & Microsoft“ von Keystone Strategy . Die Leitung der Studie hatte Dr. Marco Iansiti, David Sarnoff Professor of Business Administration an den Harvard Business School. Die Studie wurden gefördert von Microsoft.

Sie können die ausführliche Studie mit allen Zahlen jederzeit kostenlos und ohne Registrierungszwang unter diesem Link im PDF-Format sofort lesen . Weitere Informationen sowie ein Video, das Ihnen Microsoft Dynamics AX erläutert, finden Sie hier .

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