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MP3 schneller laden

Die MP3-Tauschbörse Napster hat eine neue Beta seiner Software bereit gestellt. Sie soll das Herunterladen von MP3-Dateien beschleunigen. Unterdessen kommt das Unternehmen juristisch unter Druck: Napster hat die erste Runde im Copyright-Prozess verloren, weil die Firma urhebergeschützte Dateien nicht nur weiter leite, sondern auch dafür sorge, dass solche Dateien innerhalb des Systems ausgetauscht würden.

Die MP3-Tauschbörse Napster hat die Beta-Version 6 seiner MP3-Software zum Download auf seine Website gestellt. Sie besitzt eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche und soll das Herunterladen von MP3-Dateien beschleunigen.

Unterdessen kommt Napster juristisch unter Druck: Das Unternehmen hat die erste Runde im Copyright-Prozess verloren. Der US-Musikverband RIAA (Recording Industry Association of America) hatte Napster vorgeworfen, Verletzungen des Urheberrechts zu fördern. Das Unternehmen hatte dagegen gehalten, es könne die für Service-Provider vorgesehenen Haftungsbeschränkungen auch für sich geltend machen. Gemeint ist der Digital Millenium Copyright Act (DMCA), der Provider vor der Haftung für Copyright-Verstöße von Anwendern schützen soll.

Das kalifornische Gericht entschied jedoch, dass das Gesetz nicht für Napster gilt. Laut Richterin unterscheidet sich das MP3-Netzwerk von anderen Providern dadurch, dass es urhebergeschützte Dateien nicht nur weiter leite, sondern auch dafür sorge, dass solche Dateien innerhalb des Systems ausgetauscht würden. Darüber hinaus habe Napster keine Schritte unternommen, um seine Nutzer von Copyright-Verletzungen abzuhalten.

Nicht nur die RIAA - auch diverse Musiker haben in den vergangenen Wochen rechtliche Schritte gegen Napster eingeleitet. Die Heavy-Metal-Band "Metallica" verschickte zudem rund 300.000 Benutzernamen an das MP3-Netzwerk, die illegale Kopien ihrer Stücke über die Napster-Plattform verbreitet haben sollen. (PC-WELT, 09.05.2000, sp)

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