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MP3.com wird kostenpflichtig

05.12.2000 | 15:57 Uhr |

Der Musik-Dienstleister MP3.com lässt sein umstrittenes Internet-Angebot My.MP3.com wieder aufleben. Allerdings wird der Dienst nicht mehr, wie bisher, kostenlos sein. Lediglich ein Basis-Angebot soll weiterhin gebührenfrei bleiben.

Der Musik-Dienstleister MP3.com lässt sein umstrittenes Internet-Angebot My.MP3.com wieder aufleben. Nach der verlorenen Schlacht um Urheberrechtslizenzen mit den weltgrößten Plattenfirmen werde der Internet-Service allerdings kostenpflichtig, teilte das Unternehmen aus San Diego in Kalifornien mit.

MP3.com muss nach ausgehandelten Vergleichen mit den weltgrößten Musik-Konzernen, darunter Universal, Bertelsmann, Sony, EMI und Warner Music, insgesamt rund 170 Millionen Dollar für Urheberrechtsverletzungen zahlen. Im Gegenzug hatte die Internetmusikfirma Lizenzen ausgehandelt.

MP3.com bietet registrierten Kunden auf dem neuen My.MP3.com-Dienst künftig nur noch CD-Titel oder Songs an, für die es Lizenzen von den Musikfirmen besitzt, sagte das Unternehmen. Zum Abhören eines der rund 750 000 Songs muss der Nutzer nachweisen, dass er im Besitz der entsprechenden CD ist. Songs von Musik-Gruppen wie den Back Street Boys und N Sync werden nicht darunter sein. Deren Label, Zomba Records, befindet sich derzeit noch im Rechtsstreit mit MP3.com.

Ein limitierter kostenloser Basisdienst soll künftig das Speichern von 25 eigenen CDs unter der Adresse von My.MP3.com erlauben. Die Titel können von einem Personal Computer oder jedem anderen Gerät mit Internetzugang abgehört werden. Der kostenlose Dienst soll allerdings mit Werbeeinblendungen finanziert werden.

Wehr mehr CDs speichern will, muss eine Gebühr von jährlich 49,95 Dollar (110 Mark) zahlen. Nach einem Bericht der "New York Times" will MP3.com auch mit der Vermarktung von Informationen über Musikrichtungen ihrer Kunden Geld verdienen.

"Wichtig ist, dass Musik-Fans jetzt ihre CD-Sammlungen leichter speichern, managen und spielen können", erklärte MP3.com-Chef Michael Robertson. Die Unterhaltungsbranche wartet unterdessen gespannt darauf, ob MP3.com tatsächlich Millionen zahlende Kunden für seinen neuen Service gewinnen kann, die bisher kostenlos Zugang zu ihren eigenen CDs über das Internet hatten. (PC-WELT, 05.12.2000, dpa/ mp)

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