MP3-Konvertierer

Youtube will Youtube-MP3.org dicht machen

Donnerstag, 21.06.2012 | 14:12 von Panagiotis Kolokythas
Youtube hat den MP3-Konvertierdienst Youtube-MP3.org aufgefordert, innerhalb von 7 Tagen seinen MP3-Konvertierungsdienst zu schließen und droht ansonsten mit rechtlichen Konsequenzen. Hier lesen Sie, ob es überhaupt legal ist, einfach ein Video bei Youtube herunterzuladen oder nicht.
Die Betreiber des MP3-Konvertierungsdienstes Youtube-MP3.org sind von Youtube dazu aufgefordert worden, den Dienst innerhalb von sieben Tag vom Netz zu nehmen. Über Youtube-MP3.org können Internet-Nutzer nach Eingabe einer Youtube-URL ein Youtube-Video in eine MP3-Datei umwandeln. Youtube verweist darauf, dass das Herunterladen von Youtube-Inhalten gegen die Nutzungsbedingungen dies Dienstes verstoße.

Der Streit zwischen Youtube und Youtube-MP3.org bewegt sich nach Ansicht der Medienrechts-Kanlei Wilde Beuger Solmecke im Bereich des Wettbewerbsrechts. Viel wichtiger noch ist allerdings, was der Streit letztendlich für die Nutzer solcher Dienste bedeutet und ob die Nutzer etwa eine Urheberrechtsverletzung begehen, wenn sie Musik bei Youtube herunterladen.

Rechtsanwalt Christian Solmecke verweist darauf, dass sich in den Nutzungsbedingungen von Youtube unter Ziff. 6.1.K tatsächlich ein Passus befindet, der die Konvertierung von Youtube-Inhalten in ein speicherbares Format untersagt. Diese Regelung, so der Rechtsanwalt, werde aber wohl kaum von einem Nutzer jemals gefunden und gelesen.

"Wichtig ist jedoch, dass diese Nutzungsbedingungen nur im Verhältnis zwischen registrierten Youtube Nutzern und Youtube gelten. Wer sich ein Video lediglich ansieht, muss die Nutzungsbedingungen weder ansehen noch bestätigen. Daher kann die Regelung allenfalls gegenüber registrierten Youtube Nutzern Geltung erlangen", so Rechtsanwalt Solmecke. Aber selbst dann sei aber noch umstritten, ob die Regelung überhaupt gelte. Nach Meinung des Rechtsanwalts Solmecke könne das gesetzliche Recht der Anwender auf eine Privatkopie nicht durch die AGB eines Dienstes ausgehebelt werden. " Wenn man davon ausgeht, dass Youtube das Recht auf Privatkopie einschränken darf, führt dies lediglich zu einer Vertragsverletzung durch den Nutzer. Die Frage, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt ist hiervon völlig unabhängig", meint Solmecke.

Aus Sicht eines Nutzers stelle sich die Frage, ob er Konvertierungsdienste nutzen dürfe. Der Rechtsanwalt ist der Ansicht, dass, wenn man davon ausgehe, dass Youtube das Recht auf Privatkopie nicht einschränken oder ausschließen dürfe, eine Vervielfältigung im Rahmen des §53 UrhG (Urhebergesetz) zulässig sei. Das Recht auf Privatkopie setze voraus, dass das Original - in diesem Fall das Youtube-Video - nicht offensichtlich rechtswidrig zugänglich gemacht worden sei. Rechtsanwalt Solmecke: "Angesichts der Tatsache, dass Youtube mittlerweile mit sehr vielen Künstlern und Plattenfirmen kooperiert ist für den Nutzer nicht mehr ohne weiteres erkennbar, ob das Video unter Verletzung von Urheberrechten auf Youtube hochgeladen wurde."

Rechtsanwalt Solmecke verweist auch darauf, dass es bisher noch keinerlei Abmahnungen gegen Nutzer gegeben habe, die bei Youtube Videos heruntergeladen haben. "Ob der aktuelle Streit eine Trendwende einläutet bleibt abzuwarten.  Nutzern ist daher zu empfehlen, auf Youtube-Downloader Software zu setzen, denn diese selbst angefertigten Kopien sind auf jeden Fall legal", empfiehlt der Rechtsanwalt.

Donnerstag, 21.06.2012 | 14:12 von Panagiotis Kolokythas
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (18)
  • tempranillo 23:47 | 24.06.2012

    Zitat: chipchap
    Unwissen schützt vor Strafe nicht.
    Ähmm, das ist Halbwissen im Strafrecht. Hier geht es aber um etwaige zivilrechtliche Ansprüche.

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  • ohmotzky 21:40 | 24.06.2012

    Also doch legaler Diebstahl.

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  • chipchap 20:44 | 24.06.2012

    Zitat: Cold Steel
    ... Wenn mich niemand daruf hinweist, dass ich keine Videos von der Tube herunterladen darf, mach ich das.
    Weiß heute jeder 3jährige. Was soll das unnütze Geblubber also?

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  • Scasi 20:27 | 24.06.2012
  • Cold Steel 20:23 | 24.06.2012

    [QUOTE=chipchap]Kannst Du das belegen? Ich beziehe mich da auf Urteile, nach welchen der Kunde auf seine Rechte und Pflichten hingewiesen werden muss. Den Stein des Anstoßes brachten so Seiten die kostenlose Downloads angeboten haben, aber dann abkassierten, weil sie im verborgenen Kosten erhoben. Ein Urteil habe ich nicht parat, habs gelesen und bei Ratgeber Internet gesehen. Für Deutschland ist das wohl inzwischen bindend. Wenn mich niemand daruf hinweist, dass ich keine Videos von der Tube herunterladen darf, mach ich das. Selbst ein anschauen ist schon ein Stream, welcher auf der Festplatte landet. Ist also schon das anschauen verboten?

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