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MMS mit Fingerabdruck sichern

09.04.2007 | 13:53 Uhr |

Dank eines Verschlüsselungsverfahrens der Uni Bonn können versandte Botschaften nur vom gewünschten Empfänger gelesen werden. Die Authentifizierung erfolgt über den Fingerabdruck des Empfängers.

Einer Gruppe von Neuroinformatikern der Universität Bonn ist es gelungen, ein Verschlüsselungsverfahren zu entwickeln, mit dem der Empfänger seine Identität per Fingerabdruck bestätigen muss, um die versandten Daten lesen zu können. Als mögliche Einsatzgebiete können sich die Forscher auch Handys oder PDAs vorstellen: „Im Prinzip lässt sich die Methode auch zur Verschlüsselung von Multimedia-Nachrichten in handelsüblichen Handys einsetzen. Die Technik dazu gibt es bereits", führten die Wissenschaftler an.

Als Basis könnten beispielsweise handelsübliche Memory-Sticks zum Einsatz kommen. „Das Paar wird anhand der unverwechselbaren biometrischen Daten der Anwender, wie deren Fingerabdrücke, programmiert", so Rolf Eckmiller, Forscher vom Bonner Institut für Informatik. Eine Software erzeugt mit Hilfe dieser Informationen eine individuelle Verschlüsselung. Diese könne nur vom Besitzer des passenden Memory-Sticks in Verbindung mit dessen Fingerabdruck gelesen werden.

Die Memory-Sticks würden durch die Programmierung zu zwei Teilen eines Unikats. Dies wäre laut der Wissenschaftler mit der Anfertigung eines völlig individuellen Schlosses samt Schlüssel zu vergleichen. Aus einem zu übertragenden Bild erstellt die Software eine wirre Abfolge von Pixeln, dabei käme der spatiotemporale Filter zum Einsatz. Die Lagebeziehung der Pixel zueinander ist ohne den entsprechend programmierten Stick nicht mehr zu rekonstruieren.

Als Einsatzmöglichkeiten kämen laut Aussagen der Forscher alle Fälle in Frage, in denen eine diskrete Übermittlung sensibler Informationen an einen ganz bestimmten Empfänger gefragt sei. Die Integration in handelsübliche Handys sei ebenfalls problemlos möglich, um beispielsweise Bilder und MMS sicher zu versenden. „Die Software zu implementieren ist ein Klacks“, erklärt Eckmiller. „Damit würde das Handy zu einer Verschlüsselungsmaschine, die auch James Bond nicht knacken könnte.".

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