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Lycos stoppt Anti-Spam-Screensaver-Aktion

03.12.2004 | 16:00 Uhr |

Nach massiven Protesten von Sicherheitsexperten und Retourkutschen seitens der Spam-Versender hat Lycos seinen Anti-Spam-Screensaver offline genommen.

Lycos hat seinen kontrovers diskutierten Anti-Spam-Screensaver ( wir berichteten ) offenbar vom Netz genommen. Mit Hilfe dieses Programms sollten Anwender bekannte Spam-Server mit Anfragen überschwemmen, um deren Leistungsfähigkeit einzuschränken und Kosten für die Spam-Versender zu verursachen. Aber auf der Website von Lycos, über die das Programm angeboten wurde, findet sich derzeit nur noch der Hinweis "Stay Tuned". Auch auf den Websites von Lycos findet sich keinerlei Hinweis mehr auf den Bildschirmschoner.

Darüber hinaus haben auch einige Internet Service Provider den Zugang zu der Adresse www.makelovenotspam.com für ihre Kunden gesperrt. Diese erhalten lediglich eine Fehlermeldung beim Aufruf der Site. Die Sperre erfolgte auf Grund des massiven, nutzlosen Traffics, den die Aktion verursachte und der Verletzung der Nutzungsrichtlinien, die DDOS-Angriffe verbiete, so Paul Mutton, Internet services developer bei Netcraft.

Daneben hat sich Lycos auch Ärger mit einigen Mitgliedern der Sicherheits-Community eingehandelt, die der Ansicht sind, dass das Unternehmen mit dieser Aktion die Grenze überschritten habe, da sie im Grunde eine DDOS-Attacke gegen die Spam-Server durchgeführt habe. Lycos begegnete diesen Vorwürfen mit dem Hinweis, dass es nicht das Ziel war, die Server zum Stillstand zu bringen, sondern diese lediglich einschränken wollte.

Aber auch die vermeintlichen Spammer hielten nicht still. So leiteten einige laut einem Bericht unseres IDG News Service zufolge den Traffic, der durch den Screensaver verursacht wurde, einfach auf die Site weiter, über die das Programm angeboten wurde.

Make Love not Spam: Bildschirmschoner attackiert Spammer (PC-WELT Online, 30.11.2004)

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