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Lücke in Funkschlüsseln von über 100 Millionen VW-Autos

11.08.2016 | 12:47 Uhr |

Sicherheitsforschern ist es gelungen, die Verschlüsselung von Auto-Funkschlüsseln zu knacken. 100 Mio. VW-Autos sind betroffen.

Mit vergleichsweise geringem Aufwand können Unbefugte die per Funkschlüssel geschützten Türen von über 100 Millionen Autos des Herstellers VW öffnen und die Fahrzeuge anschließend starten. Ermöglicht wird dies durch eine von Sicherheitsexperten aus Bochum und Birmingham neu entdeckte Sicherheitslücke im Funk-Schließmechanismus der Fahrzeuge. Das berichtet der Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.

Demnach sind praktisch alle Fahrzeuge betroffen, die VW seit dem Jahr 1995 verkauft. Auch Fahrzeuge von vielen weiteren Herstellern seien von der Lücke betroffen. Zum Ausnutzen der Lücke genügt eine Arduino-Platine mit Funkmodul - also eine Hardware, die gerade Mal etwa 40 Euro kostet. Diese sendet an das Fahrzeug das Funksignal zum Entsperren. Ermöglicht wird dies dadurch, dass es den Forschern gelungen ist, die Verschlüsselung der Autofunkverbindungen zu knacken.VW habe beispielsweise nur wenige Master-Passwörter für die Verschlüsselung verwendet. Diese Master-Passwörter konnten die Sicherheitsexperten knacken, indem sie einfach einen Chip in einem Autoschlüssel genauer analysierten.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte VW, dass der Arbeit der Sicherheitsexperten zu entnehmen sei, dass vor allem ältere Fahrzeuge betroffen seien. Aktuellere Fahrzeuggenerationen seien dagegen nicht in Gefahr. Außerdem sei es laut VW den Sicherheitsforschern darum gegangen, die "Sicherheitstechnologien wie Wegfahrsperre und Funkfernbedienung auf systematische Schwächen zu analysieren, ungeachtet der praktischen Anwendbarkeit."

Die Süddeutsche Zeitung weist aber darauf hin, dass die Behörden in Deutschland gegen mindestens einen Autodieb ermitteln, der die Lücke bereits ausgenutzt haben soll. Hinzu käme, dass das Auto ja nicht unbedingt gestohlen werden muss. Ein Dieb könnte das Fahrzeug über das Verfahren auch öffnen, Sachen stehlen und anschließend wieder verschließen, ohne dass dies im Nachhinein nachweisbar sei.

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