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Mobiler Speicherstandard spart 50 Prozent Energie

06.04.2009 | 16:15 Uhr |

Die US-amerikanische Organisation zur Standardisierung von Halbleitern JEDEC Solid State Technology Association hat mit "Low Power DDR2" (LPDDR2) einen neuen Standard für den Speicher in mobilen Endgeräten vorgestellt. Wesentlichste Neuerungen gegenüber dem Vorgängerstandard LPDDR sind eine geringere Spannung, ein gemeinsamer Bus für Hauptspeicher und Flash und eine Reihe von unterschiedlichen unterstützen Taktfrequenzen.

Arbeiten soll der neue JEDEC-Standard künftig lediglich mit 1,2 Volt anstatt der bisherigen Spezifikation von 1,8 Volt. Wie das Speichergremium wissen lässt, sei aus Kompatibilitätsgründen aber auch eine Version mit 1,8 Volt vorgesehen. "Der neue Standard wird das Design von Produkten wie Smartphones, Handys, PDAs, GPS-Geräten, Handheld-Videospielsystemen und anderen mobilen Endgeräten verbessern", heißt es von JEDEC. Er biete eine gesteigerte Speicherdichte, bessere Performance, kleinere Baugröße sowie eine insgesamte Reduktion des Energieverbrauchs und damit eine längere Akku-Lebensdauer.

"Mithilfe der weiterentwickelten Stromspar-Features und flexibleren Speichergerätseinstellungen ermöglicht der LPDDR2-Standard die Entwicklung einer neuen Generation von kleineren, schnelleren und energieeffizienteren mobilen Produkten", erklärt Mian Quddus, Vorsitzender des JEDEC -Aufsichtsrats. Die neuen Spezifikationen seien ein wichtiger Fortschritt und würden sich zum Vorteil von Produktentwicklern und Konsumenten auswirken. "Mit weniger Stromverbrauch, verbesserter Performance, Skalierbarkeit und der Möglichkeit, ein einziges Speicherinterface gemeinsam sowohl für non-volatile als auch für volatile Speicher nutzen zu können, ist der Standard in seinen Anwendungsmöglichkeiten unglaublich vielseitig", ergänzt Roger Isaac, Vorsitzender des Unterkomitees für Low-Power-Speicher bei JEDEC. Mit seiner Einführung wolle man die Entwicklung im Bereich der mobilen Endgeräte weiter vorantreiben. "Damit geben wir Handset-Produkten genug Leistung, um anspruchvolle Applikationen wie etwa Hochleistungs-Gaming oder HDTV handhaben zu können", betont Isaac.

Der US-Organisation zufolge bringt die Reduktion von den bislang üblichen 1,8 Volt auf 1,2 Volt bei gleichen Leistungs- und Gerätebedingungen eine Energieersparnis von über 50 Prozent. Um die Akkulaufzeit in mobilen Geräten noch weiter zu verlängern, unterstützt LPDDR2 zudem spezielle Power-Management-Mechanismen. So soll es beispielsweise möglich sein, einzelne Bereiche eines Speicherchips ganz abschalten zu können. Diese sollen sich durch sogenannte "Refresh"-Impulse auch selbst versorgen können, um die Energie zu bekommen, die dynamische Speicher brauchen, um Dateien halten zu können. Dass mit LPDDR2 ein JEDEC-Standard erstmals die Einbindung von DRAM und Flash-Speicher auf einem gemeinsamen Bus erlaubt, hat noch einen wichtigen Vorteil: Dadurch wird der Schaltungsaufwand bei den Endgeräten reduziert, was dazu führt, dass die hierfür notwendigen Platinen deutlich kleiner und billiger produziert werden können als bisher. Dies könnte den Preis für mobile Geräten wie Mobiltelefone und Handheld-Konsolen in Zukunft nach unten sinken lassen. (pte)

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