2225050

Lovoo: Untersuchungsverfahren gegen Geldauflage eingestellt

30.09.2016 | 14:34 Uhr |

Zwölf Lovoo-Mitarbeiter müssen eine Geldauflage in Höhe von 1,2 Millionen Euro wegen der Verwendung von Fake-Profilen zahlen.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat das Ermittlungsverfahren gegen den Dating-Dienst Lovoo eingestellt . Wegen Betruges müssen mehrere Mitarbeiter des Unternehmens Geldauflagen in einer Gesamthöhe von 1,2 Millionen Euro leisten. 900.000 Euro davon sollen gemeinnützigen, regionalen Einrichtungen zugute kommen. 300.000 Euro wandern in die Staatskasse.

Laut der Staatsanwaltschaft Dresden seien das rund 20.000 Euro mehr als Lovoo durch die Manipulation von Quellcode nachgewiesen werden konnte. Eingestellt wurde das Verfahren den Angaben zufolge, weil der Schaden für die individuellen Nutzer mit maximal 20 Euro vergleichsweise gering ausgefallen sei. Zudem seien die Betreiber des Portals nicht vorbestraft und hätten sich im Rahmen der Ermittlungen kooperativ gezeigt.

Die Zeitschrift c't hatte im Rahmen ihrer Recherchen aufgedeckt, dass Lovoo männliche Nutzer mit erfundenen Frauen-Profilen zur Zahlung für Premium-Angebote verleitet hatte. Zwischen Juni 2013 und Juni 2014 habe das Portal damit rund 1,2 Millionen Euro verdient. Im Zuge der c't-Recherchen führte die Staatsanwaltschaft Dresden bei mehreren Mitarbeitern aus der Lovoo-Führung Hausdurchsuchungen durch. Zwei Geschäftsführer wurden sogar verhaftet, kamen jedoch kurz darauf auf Kaution wieder frei.

Im Rahmen des Verfahrens ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen zwölf Lovoo-Mitarbeiter, die nun Geldauflagen zwischen 5.000 und 390.000 Euro leisten müssen, um das Ermittlungsverfahren einzustellen. In einer offiziellen Stellungnahme betont Lovoo, dass man nun das Vertrauen der Nutzer und Partner stärken wolle. Lovoo plant neue Verifizierungsmöglichkeiten für Nutzerprofile und technische Verbesserungen für die App. Laut dem Unternehmen wird Lovoo derzeit von 60 Millionen Flirtwilligen genutzt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2225050