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Loveletter: Klage gegen Microsoft?

Der "Loveletter"-Virus könnte Microsoft noch teuer zu stehen kommen. Nach Ansicht eines Rechtsexperten könnten registrierte Windows-Nutzer den Konzern auf Schadensersatz verklagen, weil dieser nicht rechtzeitig vor dem verheerenden Wurm gewarnt habe.

Der "Loveletter"-Virus könnte Microsoft noch teuer zu stehen kommen. Der Rechtsexperte Maximilian Herberger hat gegenüber der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" erklärt, dass registrierte Windows-Nutzer den Konzern auf Schadensersatz verklagen könnten.

Der auf Computerrecht spezialisierte Jurist begründet seine These damit, dass Microsoft die Anwender zu spät auf den Wurm hingewiesen habe. Microsoft habe bereits am 4. Mai morgens von "Loveletter" erfahren, aber erst am 5. Mai abends, als der Wurm schon weit verbreitet war, eine Warnung auf seiner Website veröffentlicht. Statt die registrierten Kunden per Mail zu warnen, habe das Unternehmen nur selbst seine Server heruntergefahren, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Microsoft hat die Vorwürfe vehement zurück gewiesen - von Schadensersatzansprüchen will der Konzern nichts wissen. Man sei schließlich nicht verpflichtet, die Kunden über Virengefahren zu informieren. Nach Einschätzung von Herberger ist es jedoch durchaus denkbar, dass die Kläger rund die Hälfte ihres Schadens erstattet bekommen.

Virenopfer, die das gefährliche Skript von einem Behördenrechner empfangen haben, könnten zudem eine Entschädigung aus der Staatskasse fordern, so der Jurist. Allerdings hätten nur Einzelpersonen diese Möglichkeit. (PC-WELT, 15.05.2000, sp)

Philippinos stolz auf Loveletter (PC-WELT Online, 13.5.2000)

Loveletter: Keine Reue(PC-WELT Online, 11.5.2000)

Loveletter: Schuld der Anwender(PC-WELT Online, 11.5.2000)

Deutsche LoveLetter-Varianten(PC-WELT Online, 10.5.2000)

I love you wird immer gefährlicher(PC-WELT Online, 8.5.2000)

Love-Wurm: Schlimmer als Melissa(PC-WELT Online, 4.5.2000)

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