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IBM stellt Webmailservice für Unternehmen vor

05.10.2009 | 15:16 Uhr |

IBM hat mit Lotus Live iNotes einen schlanken Mail-Dienst für Unternehmen vorgestellt.

Der Konzern trachtet mit der Webapplikation danach, Google Apps am hartumkämpften Software-as-a-Service-Markt (SaaS) Marktanteile zu entreißen. IBM bietet seinen Webdienst daher günstiger an als die Konkurrenz, wenngleich das Produkt keinen vergleichbaren Funktionsumfang aufweist. Firmenmitarbeiter haben mit iNotes über den Web-Browser in Echtzeit Zugriff auf E-Mails. Zusätzlich zur webbasierten Schnittstelle unterstützen alle E-Mail-Accounts Funktionalitäten für POP, SMTP mit Authentifizierung und IMAP. Die lokale Installation eines E-Mail-Clients ist nicht zwingend erforderlich.

"Als technische Basis ist das Know-how der Firma Outblaze anzusehen, die von IBM im Frühjahr erworben wurde", heißt es bei IBM. Klein- und mittelbetriebliche Unternehmen bzw. Anwender, die keine vollwertige Büro-Kollaborationssuite benötigen, stellen die zentrale Zielgruppe dar. IBM hat daher von Zusatzfunktionen wie etwa Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationstools abgesehen. Anders als bei Konkurrent Google, stehen dem User bei Lotus Live iNotes nur ein statt 25 Gigabyte Speicherplatz am Server zur Verfügung. Die abgespeckte Webapplikation sieht neben Standardfeatures zur Übermittlung elektronischer Nachrichten wie Spam- und Virenschutzfunktionen und SSL-Verschlüsselung jedoch auch Termin- und Adressverwaltungsmöglichkeiten vor.

Großunternehmen drängen mit Nachdruck darauf, das Marktpotenzial für Webdienste zu erschließen (pressetext berichtete. Die Marke IBM wird dabei sicher helfen, so der Tenor auf Analystenseite. Der Konzern setzt darüber hinaus ganz offensichtlich auf Verlässlichkeit. Über eine möglichst vereinfachte E-Mail-Verwaltung und ein stabiles Service sollen Funktionsausfälle und Zugriffsprobleme wie bei Google Apps vermieden werden. Lotus Live iNotes dient vor allem Mitarbeitern, die keinen festen Arbeitsplatz haben.

Mit 2,90 Euro pro Kopf und Monat verrechnet IBM seinen Abonnenten weniger als etwa Google oder Microsoft. Der Webdienst geht jedoch nicht über die Grundfunktionen hinaus. User benötigen daher keine spezielle Schulung und Unternehmen sparen sich zudem Hardware-, Software- und Rechenzentrumskosten. Genutzt wird IBM Lotus Live iNotes bereits von Nokia, die über die IBM Lösung ihren weltweiten Kunden E-Mail-Dienste vor allem fürs Mobiltelefon anbieten. Darüber hinaus versorgt Panasonic über die Cloud-Services von IBM einige tausend Mitarbeiter mit Webmail-Funktionen und bindet auch Lieferanten und Partner in die Cloud-Infrastruktur mit ein. (pte)

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