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Longhorn: Code von XP SP 2 dient als Basis

31.08.2004 | 16:40 Uhr |

Longhorn kommt 2006 und wird ohne das neue Dateisystem WinFS ausgeliefert. Das hatte Microsoft Ende letzter Woche verkündet. Warum WinFS nicht enthalten sein wird, könnte eine einfache Erklärung haben. Longhorn wird auf den frisch aufpolierten Programmcode von Windows XP SP2 basieren. Bisher hatte Microsoft die Entwicklung von Longhorn anhand des Programmcodes von Windows Server 2003 vorangetrieben.

Ende letzter Woche hatte Microsoft angekündigt, dass der Windows XP Nachfolger "Longhorn" 2006 erscheinen wird und einige ursprünglich angekündigten Features, wie beispielsweise das neue Dateisystem WinFS, nicht enthalten sein werden.

Im Internet waren bereits vor einigen Monaten die ersten Alpha-Versionen von Longhorn aufgetaucht. Mit diesen Alpha-Versionen wird die spätere Beta- und damit auch die Final-Version von Longhorn wenig gemein haben. Grund: Die Programmierer bei Microsoft beginnen mit der Entwicklung quasi wieder von vorne.

Bei den ersten Alpha-Versionen diente noch der Programmcode von Windows Server 2003 als Basis für Longhorn. Laut dem Microsoft-Kenner Paul Thurrot hat sich Microsoft nun aber Anfang August entschlossen, als Basis für den Longhorn-Coode den Code von Windows XP SP 2 zu nehmen.

Das würde auch erklären, warum Longhorn nun doch nicht inklusive WinFS ausgeliefert wird. Die Entwickler können es zeitlich nicht schaffen, WinFS bis 2006 noch in Windows XP SP2 und damit Longhorn zu integrieren. Also muss es später nachgeliefert werden. Eine erste Beta-Version von WinFS soll erst nach dem Erscheinen von Longhorn folgen. Die Final dürfte damit erst als großes Update 2007 folgen. WinFS sollte für mehr Ordnung (und auch Sicherheit) im Datei-wirr-warr auf den Festplatten sorgen. Das wird Longhorn auch so: durch eine leistungsfähige Desktop-Suche, die definitiv enthalten sein wird.

Allzu viel Zeit für Longhorn hätte sich Microsoft sowieso nicht mehr nehmen können. Immer wieder musste die Veröffentlichung verschoben werden. Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte Longhorn in diesem Jahr erscheinen, wurde aber ständig verschoben. Nicht zuletzt PC-Hersteller machen aber Druck, denn vor allem durch ein neues Betriebssystem erhöhen sich bei ihnen die Verkaufszahlen.

Andererseits ist durch die Rückkehr zum - Dank des Service Pack 2 - aufpolierten Programmcodes von Windows XP auch möglich, die geplanten WinFX-Entwicklungstechnologien (Avalon, Indigo) ab 2006 auch für Windows XP anzubieten.

Die Vorteile für die jetzigen Windows XP-Anwender: Wer nicht gleich 2006 auf Longhorn umsteigt, wird dennoch unter Windows XP von den neuen Technologien und den damit entwickelten Anwendungen profitieren können.

Jetzt offiziell: Longhorn kommt 2006 und ohne WinFS (PC-WELT Online, 28.08.2004)

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