5956

Longhorn: 64-Bit wird Mainstream - Gates über das neue Windows

26.04.2005 | 14:08 Uhr |

Bill Gates hat auf der Winhec in Seattle nicht nur den Startschuss für die 64-Bit-Versionen von Windows XP gegeben, sondern in seinen Keynotes auch über Longhorn gesprochen und einige Details dazu preisgegeben.

Zeitgleich mit der Winhec in Seattle hat Microsoft auch den Startschuss für die 64-Bit-Version von Windows XP gegeben und damit die "dritte Dekade des Windows Computing" eingeläutet. Bill Gates verkündete, dass neben Windows XP Professional x64 Edition auch die drei 64-Bit-Server-Betriebssysteme Windows Server 2003 Standard x64 Edition, Microsoft Windows Server 2003 Enterprise x64 Edition und Windows Server 2003 Datacenter x64 Edition verfügbar sind.

Für Privatanwender ist lediglich Windows XP Professional x64 Edition interessant. Damit zielt Microsoft allerdings noch nicht mit einem 64-Bit-Windows auf den Massenmarkt ab und bietet das Betriebssystem auch nicht direkt zum Verkauf an. Dafür dürfen aber Besitzer von Windows XP Professional kostenlos auf die 64-Bit-Version aufrüsten ( wir berichteten ausführlich ). Genauere Details hierfür wird Microsoft in Kürze bekannt geben.

Spätestens mit Longhorn wird der Massenmarkt nach Ansicht von Bill Gates für ein 64-Bit-Betriebssystem bereit sein, denn dann wird auch die dafür notwendige Hardware weit verbreitet sein. Dementsprechend wird Longhorn auch das erste für den "Mainstream" gedachte 64-Bit-Windows von Microsoft sein. Bill Gates äußerte sich zu diesem Thema in seiner Rede auf der Winhec. Bei dieser Gelegenheit stellt er auch Longhorn vor.

Der Übergang auf 64-Bit wird nach Ansicht von Gates "schnell und fließend" verlaufen. Noch Ende dieses Jahres soll sich der Übergang im Server-Bereich vollziehen. Ein Jahr länger wird es vermutlich im Heimbereich dauern. Nach Ansicht von Gates läge das vor allem an der Software und Treibern. Für ältere Rechner wird Microsoft auch ein 32-Bit-Longhorn ausliefern.

Viel Neues gibt es auf der bis Mittwoch andauernden Winhec von Longhorn nicht zu sehen. Bill Gates hob erneut hervor, dass Longhorn das Durchforsten von Festplattendaten nach Metadaten hin erlauben wird. Die Installation einer Desktop Suche soll damit künftig entfallen. Microsoft baut sie direkt in Longhorn ein.

Für mehr Übersicht und bessere Optik des Desktops soll Avalon sorgen. Außerdem erklärte Gates, dass bei Longhorn das Thema Sicherheit im Mittelpunkt stehen wird. Apropos Avalon: Das für die Darstellung zuständige Modul wird auch neue Anforderungen an Grafikchips stellen. Derzeit erhältliche Grafikkarten sollten mit dem LDDM (Longhorn Display Driver Model) keinerlei Probleme haben. Lediglich bei Systemen mit integrierten Grafiksystemen, die sich den Grafikkartenspeicher vom Hauptspeicher abzwacken könnte es Einschränkungen geben. Inoffiziell ist die Rede, dass für Longhorn Ende 2006 eine derzeit aktuelle CPU und 512 MB ausreichen werden.

Auf der Winhec stellte Gates auch günstigere Tablet-PCs vor, auf denen Windows XP Professional Tablet PC Edition zum Einsatz kommt. In der Longhorn-Ära sollen Tablet-PCs folgen, die einen 9-Zoll-Bildschirm besitzen, nicht dicker als ein Stapel zehn Seiten Papier sind und sich wahlweise mit einem Stift oder per Sprachsteuerung bedienen lassen.

Im Vorfeld der Winhec war spekuliert worden, ob Microsoft eine Beta-Version von Longhorn zeigen wird. So weit sind die Redmonder allerdings doch noch nicht. Mit der Winhec erklärte Microsoft die Verfügbarkeit einer Pre-Beta-Fassung. Mit dieser soll beispielsweise Hardware-Herstellern die Entwicklung von 64-Bit-Treibern erleichtert werden. Die Beta von Longhorn soll im Sommer folgen. Allerdings wollte sich Gates nicht mit einem genauen Termin festlegen.

Longhorns Metro: Microsofts Antwort auf Adobes PDF (PC-WELT Online, 26.04.2005)

0 Kommentare zu diesem Artikel
5956