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London: Britischer Hacker wird an die USA ausgeliefert

10.05.2006 | 13:59 Uhr |

Ein Gericht in London hat entschieden, dass der im vergangenen Jahr festgenommene britische Hacker Gary M., der zwischen 2001 und 2002 in verschiedene Rechner des US-Militärs und der US-Regierung eingebrochen war, an die USA ausgeliefert wird.

Der britische Hacker Gary M., auch bekannt unter seinem Spitznamen "Solo", brach zwischen 2001 und 2002 in verschiedene Rechner der US-Regierung und des US-Militärs ein. Dabei soll ein Schaden von 700.000 US-Dollar entstanden sein. Gary M. wurde im vergangenen Jahr verhaftet und hat vor Gericht bereits gestanden, in die Rechner eingebrochen zu sein. Dabei will er jedoch keinen Schaden angerichtet haben.

Die USA haben die Auslieferung des Mannes gefordert, nachdem das englische Gericht entschieden hatte, Gary M. nicht anzuklagen, da die ihm vorgeworfenen Taten in den USA stattfanden. Diesem Antrag ist nun das Gericht in London gefolgt. M. kündigte noch vor der Anhörung an, Berufung gegen den Beschluss einzulegen.

Die Anwälte von Gary M. haben im Vorfeld Befürchtungen geäußert, dass ihr Mandant im Falle einer Auslieferung in den USA als "feindlicher Kombattant" behandelt, in Guantanamo inhaftiert und vor ein Militärgericht gestellt werden könnte. Zudem gaben sie dem Gericht zu bedenken, dass M. in den USA gefoltert oder sonst wie unmenschlich behandelt werden könnte. Dem wollte das Gericht nicht folgen und ließ eine Auslieferung zu.

Die USA haben ihrerseits erklärt, dass M. sich nicht vor einem Militärgericht verantworten muss, sondern vor dem U.S. District Court for the Eastern District of Virginia. Nach Informationen von Spiegel Online drohen M. in den USA bis zu 60 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 1,75 Millionen US-Dollar.

Hacker spionierte US-Militär aus - Festnahme (PC-WELT Online, 08.06.2005)

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