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Lobbying soll Microsoft retten

12.06.2000 | 21:06 Uhr |

Microsoft investiert Millionen in Lobbying und Image-Werbung. Wie die New York Times berichtet, will der Redmonder Software-Riese nach dem verheerenden Kartellrechtsurteil vor allem politische Organisationen und Personengruppen unterstützen. Microsoft verspricht sich dadurch bessere Chancen in der Berufungsverhandlung zum Kartellrechtsprozess.

Microsoft investiert Millionen in Lobbying und Image-Werbung. Wie die New York Times berichtet, will der Redmonder Software-Riese nach dem verheerenden Kartellrechtsurteil vor allem politische Organisationen und Personengruppen unterstützen. Microsoft verspricht sich dadurch bessere Chancen in der Berufungsverhandlung zum Kartellrechtsprozess.

Neben Politikern sollen vor allem ehemalige Justizbeamte als Fürsprecher für den Konzern gewonnen werden. Daneben werde Microsoft auch zunehmend in Verbraucher- und Wirtschaftsorganisationen, wie etwa die National Taxpayers Union oder die Association for Competitive Technology, investieren.

Dem Zeitungsbericht zufolge investieren die Microsoft-Konkurrenten Sun, Oracle, Novell, IBM und AOL kräftig in Anti-Microsoft-Lobbying. So haben die Unternehmen etwa einen prominenten US-Anwalt verpflichtet, der über verschiedene gesponserte Organisationen der Computerindustrie Propaganda betreibt.

"Wir haben erst sehr spät erkannt, wie wichtig Lobbying in Washington ist", erklärte Microsoft-Sprecher Rick Miller. Microsoft hat in den vergangenen 18 Monaten bereits verstärkt in die beiden großen amerikanischen Volksparteien investiert. Diese Maßnahmen sollen nun mit weiteren Parteispenden für Al Gore und George W. Bush noch verstärkt werden. Unter anderem wurden auch politische Freunde der rivalisierenden Präsidentschaftskandidaten verpflichtet. (PC-WELT, 12.06.2000, jas)

Microsoft: Wie geht's weiter ? (PC-WELT Online, 8.06.2000)

Microsoft und die Justiz - Chronologie und Expertenmeinungen

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