Leider finden Fan-Projekte nicht nur wegen fehlendem Engagement oder Selbstüberschätzung ein frühes Ende. Wer
die Internetseite der Maniac Mansion Deluxe-Entwickler besucht, sieht dort nur noch einen R.I.P.-Grabstein und diesen traurigen Kommentar: "Aufgrund jüngster Ereignisse mussten wir unsere Seite schließen. Wir danken unseren Fans und allen, die an uns und unsere Träume geglaubt haben." Hinter den mysteriösen "Ereignissen" steckt der Lizenzinhaber LucasArts. Der hatte dem Team nach der Ankündigung eines neuen
Indiana Jones-Fan-Adventures mit der Anwaltskeule gedroht. Als Konsequenz stellte die Gruppe alle Arbeiten ein. Die
Between Time and Space-Entwickler kamen dagegen ungeschoren davon. "Wir freuen uns, dass das Projekt nie verboten wurde. Wir hoffen ja alle, dass im Herzen von LucasArts doch noch etwas Gutes steckt, so wie bei Darth Vader", frotzelt der Grafik-Designer Dibke. Bisher hatte auch das
Open Outcast-Team keine Lizenz-Streitigkeiten. "Solange es nicht kommerziell wird, haben wir damit kein Problem", versprach der Hersteller Atari. "Ich glaube auch nicht, dass unser Projekt der Marke Outcast schaden kann. Es ist umsonst, wir verdienen nichts daran. Wenn es ein schlechtes Spiel wird, schaut es sich niemand an. Wird es gut, wäre das doch nur gut für Outcast", argumentiert Lancz. Auch bei Revolution Software sieht man die Lizenzfrage entspannt. Der Revolution-Chef Charles Cecil hat bereits vor Jahren das Team des Adventure-Emulators ScummVM offiziell unterstützt und den Klassiker
Beneath a Steel Sky dafür freigegeben. "Das Spiel läuft jetzt problemlos unter Windows, und die Marke bleibt bekannt. So gewinnen alle", sagt Cecil. Über die inoffizielle
Baphomets Fluch-Fortsetzung freut man sich im englischen York besonders: "Wir fühlen uns sehr geschmeichelt von dem Projekt. Es ist herrlich altmodisch. Auch wie die Charaktere von den Fans weiterentwickeln wurden, gefällt uns sehr."
Weiter so
Ob Remake-Mod oder Fan-Fortsetzung, Spiele wie Zak McKracken: Between Time and Space und Baphomets Fluch 2.5: Die Rückkehr der Tempelritter verdienen Unterstützung. An Revolution Software sollten sich Lizenz-Inhaber ein Beispiel nehmen. Schade genug, dass zu Traditions-Serien wie Ultima und keine offiziellen Fortsetzungen zu erwarten sind. Aber vielleicht flimmert ja genau in dieser Minute eines der Fan-Spiele über die Monitore der Chef-Etagen und erinnert an die Klassiker. Wir drücken die Daumen.
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