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Einsparungen zwischen 20 und 30 Prozent möglich

27.10.2008 | 13:02 Uhr |

Und nicht nur das: Bei gutem Lizenzmanagement ist ein Einsparpotenzial von weiteren 30 Prozent durch Software Remarketing drin, sagt Boris Vöge, Vorstand des Hamburger Softwarehändlers preo Software AG, im Interview mit der PC-WELT.

Die in Hamburg ansässige Preo Software AG positioniert sich als ein vom Hersteller unabhängiger Händler von Gebrauchtsoftware . Das Unternehmen integriert bei seinen Transaktionen alle Parteien – also den Käufer, den Verkäufer der gebrauchten Software und den Hersteller – in den Lizenzprozess mit ein (siehe auch Lizenz-Management: Effektive Bremse gegen zu hohe Softwarekosten ).

PC-WELT: Warum sollten sich mittelständische Unternehmen mit dem Thema Software-Lizenzmanagement beschäftigen?

Boris Vöge: Durch ein professionelles Lizenzmanagement erhalten Anwender in erster Linie rechtliche Sicherheit. Nur durch ein organisiertes Lizenzmanagement können die Vorgaben der Hersteller nachweislich eingehalten werden. Auch wirtschaftliche Aspekte sprechen für ein Software-Lizenzmanagement.

PC-WELT: Können Sie die Vorteile von Lizenzmanagement finanziell beziffern?

Boris Vöge: Die finanziellen Vorteile hängen von Art und Umfang der eingesetzten Software ab. Es gilt jedoch die Faustregel, dass Lizenzmanagement-Projekte zwischen 25 und 30 Prozent an Einsparungen ermöglichen. Wird das Lizenzmanagement durch Prozesse wie "Software Remarketing" ergänzt, können Anwender nochmals bis zu 30 Prozent des ursprünglichen Software-Anschaffungspreises refinanzieren.

PC-WELT: Was genau sind die Herausforderungen beim Management von Lizenzen?

Boris Vöge: Die größte Herausforderung liegt im Planen von Lizenzanforderungen, da diese in die Zukunft gerichtet und deshalb schwer zu ermitteln sind. Eine weitere große Herausforderung liegt im Bereich der Lizenzverteilung. Das bedeutet, dass die benötigten Lizenzen an der richtigen Stelle im Unternehmen eingesetzt werden können.

PC-WELT: Wie setzt sich Ihrer Meinung nach ein zeitgemäßes Software- Lizenzmanagement zusammen?

Boris Vöge: Ein zeitgemäßes Lizenzmanagement umfasst Aktivitäten, die den gesamten Lebenszyklus einer Software im Unternehmen begleiten. Dies beginnt bei der Planung und endet bei der Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer. Um den wirtschaftlichen Umgang mit Lizenzen zu gewährleisten, gehört neben dem Management und dem Controlling von Vertrags- und Lizenzinformationen auch eine an der Geschäftsstrategie orientierte Planung.

PC-WELT: Was muss eigentlich ein Lizenzmanager können?

Boris Vöge: Ein Lizenzmanager muss bestens über die Lizenzmodelle der Hersteller informiert sein. Ferner muss er in der Lage sein, die einzelnen Prozesse im Hinblick auf Überwachung und Koordination zu organisieren. Auch sollte er mit Kollegen und Vorgesetzten gut kommunizieren können. Im Lösen von Konflikten sollte er besonders qualifiziert sein.

PC-WELT: Wie hat sich das Lizenzmanagement in den letzten Jahren entwickelt?

Boris Vöge: Das Lizenzmanagement hat in den letzten Jahren einen ganzheitlichen Ansatz gewonnen. Ganzheitlich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der gesamte Lebenszyklus einer Software im Kontext zur Unternehmensstrategie betrachtet wird. Hierzu zählt auch das Beschaffen von Lizenzen über das Modell gebrauchte Software oder die Lizenzverwertung durch Software Remarketing. Anwender haben entdeckt, dass eine optimale Mittelverwendung nur durch eine langfristige und Business-orientierte Software-Strategie möglich ist. Durch diesen Ansatz lassen sich die Gesamtkosten einer Software reduzieren.

PC-WELT: Wie erschließen sich aus den neuen Entwicklungen Chancen für KMUs?

Boris Vöge: Ziel ist es, alle Abteilungen im Unternehmen effizient und effektiv mit Software zu versorgen. KMUs können diese Ziele durch ein ganzheitliches Lizenzmanagement erreichen. Hierzu sollten sie einen Verantwortlichen ernennen. Dieser muss ausgebildet und mit Kompetenzen ausgestattet werden. Die dafür notwendigen Mittel rechnen sich bereits nach kurzer Zeit.

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