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ESA-Marssonde sendet noch kein Lebenszeichen

20.10.2016 | 09:20 Uhr |

Die ESA-Marssonde Schiaparelli hat seit ihrem Eintritt in den Orbit noch kein Signal zur Erde gesendet.

Update 20.10.: Runter kommen sie immer. Dieser alte Fliegerspruch gilt aufgrund der Anziehungskraft des Planeten Mars auch für die Marssonde Schiaparelli. Doch mehr als die Tatsache, dass Schiaparelli irgendwo und irgendwie mit dem Mars in Berührung trat (und sei es nur als Trümmerregen), weiß man auf der Erde nicht. Denn die Marssonder Schiaparelli hat seit dem Eintritt in den Orbit des roten Planeten kein Signal mehr an die ESA geschickt.

Die Sonde könnte also durchaus verglüht oder zerschellt sein. Oder beschädigt auf der Marsoberfläche liegen, so ähnlich also wie seinerzeit Rosetta auf dem Kometen Tschuri. Tschuri war nach seiner Landung zwar durchaus noch einsatzfähig gewesen, bekam allerdings an seinem Standort zu wenig Sonnenlicht, um seine Batterien aufladen und die geplanten Experimente durchführen zu können.

Update Ende

Seit nunmehr sieben Monaten befindet sich die ExoMars 2016 Mission auf dem Weg zum unserem äußeren Nachbarn im Sonnensystem. Heute soll die Sonde Schiaparelli auf der Oberfläche des Mars aufsetzen. Die Landung muss von der Sonde eigenständig gestemmt werden, ein direktes Eingreifen durch das Kontrollzentrum ist nicht möglich, da Signale zehn Minuten vom Mars zur Erde benötigen.

Entsprechend spannend dürfte die Landung von Schiaparelli auf dem Mars werden. Die gemeinsame Mission der ESA und der russischen Weltraumbehörde Roskosmos hat dennoch gute Erfolgsaussichten. Laut ESA-Ingenieur Jorge Vago liegen die Chancen auf eine erfolgreiche Landung bei fast 98 Prozent. Die ESA lässt Interessierte hautnah an der Landung teilnehmen. Der via Facebook und ESA-Seite ausgestrahlte Livestream startet um 15:00 Uhr.

Die Sequenz zur Landung startet in 121 Kilometern über dem Marsboden. Die zu diesem Zeitpunkt noch 21.000 Stundenkilometer schnelle Sonde muss durch die dünne Atmosphäre des Mars abgebremst werden. In einer Höhe von 11 Kilometern öffnet sich ein Fallschirm, für die letzten Meter kann Schiaparelli auf Bremstriebwerke zurückgreifen. Dennoch wird der Aufschlag relativ hart, mit Airbags will man Schäden verhindern.

Mit einer Webcam soll Schiaparelli Schwarz-Weiß-Fotos von der Landung schießen. Zudem stehen kleinere Messungen auf dem Programm. Der für den Transport der Sonde eingespannte Trace Gas Orbiter wird in den nächsten vier Monaten weiter in einer Umlaufbahn kreisen. In vier Jahren will die ESA zudem einen Rover zum Mars bringen, der bis zu zwei Meter tiefe Löcher bohren soll.

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