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ARD, ZDF und SF übertragen Olympia im Netz

10.07.2008 | 13:10 Uhr |

ARD und ZDF werden ihre Berichterstattung zu den Olympischen Sommerspielen Usern per Live-Stream zugänglich machen. Auch das Schweizer Fernsehen (SF) wird via Live-Stream zeitsouverän im Internet aus Peking berichten.

Als Wermutstropfen bleibt jedoch, dass wie bei ARD und ZDF, die nur Internetnutzern in Deutschland ihr Programm zugänglich machen, ausschließlich Schweizer Internetanschlüsse den Service des SF in Anspruch nehmen können. "Der Grund dafür sind die eingekauften Rechte", erklärt Ralf Pleßmann, Experte für Sport in der ARD-Pressestelle, auf pressetext-Nachfrage. Ob und wie der ORF seine Olympiaberichterstattung ins Netz transportiert, wird erst in den nächsten Wochen entschieden. "Derzeit laufen dazu noch die internen Abstimmungen", heißt es vom ORF.

"Zwar werden wir sicher nicht jeden Vorlauf beim Schwimmen übertragen, aber zu den wichtigen Entscheidungen werden wir live dabei sein", erläutert Pleßmann. Das sei auch schon aufgrund der Zeitverschiebung von plus sechs Stunden nicht anders machbar. "Einige Wettbewerbe beginnen um vier Uhr nachts, da lohnt sich eine Berichterstattung noch nicht", so Pleßmann weiter. Neben der reinen Ergebnisberichterstattung wird es sowohl bei ARD und ZDF wie auch beim SF Hintergrundgeschichten in Wort, Bild und Ton sowie Chats mit Experten, Athleten und Betreuern geben. Zu diesem Zweck hat das SF eine Olympia-Special-Online-Redaktion installiert, die unter http://www.sport.sf.tv täglich 20 Stunden von den Wettkämpfen in China berichten wird. "Wir wollen unsere User topaktuell und umfassend unterrichten", erklärt Peter Küchler vom Schweizer Fernsehen gegenüber pressetext.

Erstmalig bei den Olympischen Spielen hält großflächig das digitale Fernsehen und Radio Einzug. So werden sowohl ARD als auch ZDF auf ihren digitalen Kanälen Sondersendungen und Live-Berichterstattungen anbieten. Zudem wird es bei der ARD ein eigenes Olympiaradio geben, das ausschließlich via Internet und DVB-T empfangbar sein wird.

Eine Alternative zu Live-Streams und TV-Geräten sind Online-Portale wie Zattoo oder Joost . Hier können registrierte Nutzer aus einer Vielzahl an internationalen Sendern wählen und deren TV-Programm am PC ansehen. Im Gegensatz zum Branchenprimus Joost ist Zattoo derzeit erst in wenigen europäischen Ländern, darunter die Schweiz und Deutschland, verfügbar. In Österreich müssen User weiterhin auf die Dienste von Zattoo verzichten. "Dadurch dass noch immer einzelne Rechte ungeklärt sind, werden wir in Österreich nicht zu den Olympischen Spielen mit unserem Programm an den Start gehen", bestätigt Dominik Schmid, Generaldirektor für die Schweiz, Deutschland und Österreich bei Zattoo, gegenüber pressetext.

Zeitversetzt können User bei onlinetvrecorder.com die Wettkämpfe verfolgen. Nach vorhergehender Anmeldung besteht dort die Möglichkeit Sendungen wie mit einem Videorecorder aufzuzeichnen und diese später abzuspielen. Wer Olympia bei Eurosport im Netz verfolgen will, muss dafür bezahlen. "In unserem Eurosport-Webplayer wird unser normales TV-Programm verfolgbar sein. Das ist jedoch kostenpflichtig", erläutert Heike Gruner von Eurosport gegenüber pressetext. Eurosport überträgt täglich von 03:00 bis 18:00 Uhr sämtliche Wettkämpfe live im TV. In Wort und Bild wird man wie gewohnt auf der Homepage von Eurosport kostenfrei unterrichtet. (pte)

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