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Microsoft will Internetsuche verbessern

20.08.2008 | 13:37 Uhr |

Obwohl die geplante Übernahme von Yahoo auf Eis liegt, hat Microsoft große Pläne für seine Suchmaschine Windows Live Search.

Auf der Search Enginge Strategies 2008 in San Josè skizzierte Satya Nadella, Leiter der Suchsparte bei Microsoft, zwar die künftige Strategie für Windows Live Search , über die gescheiterte Yahoo-Übernahme verlor er aber kein Wort. „Derzeit konzentrieren wir uns darauf, unsere organische Geschäftsstrategie weiterzuentwickeln“, erklärte er knapp auf die Frage, wie es mit Microsofts Interesse an Yahoo aussehe.

Stattdessen ging Nadella ausführlich auf die Zukunft des Suchmaschinenmarkts ein. Die Nutzung von Internetsuchmaschinen sei mittlerweile sehr einfach, es gäbe aber noch Raum für Verbesserungen. In der Vereinigten Staaten umfasse der Suchmaschinenmarkt mittlerweile ein Umsatzvolumen von 15 Milliarden US-Dollar. Außerdem verwendeten mehr als 50 Prozent der Nutzer über eine halbe Stunde auf die Suchmaschinenanfrage.

Nadella sieht drei wesentliche Trends, die den Suchmaschinenmarkt in Zukunft beeinflussen werden. Wichtig sei, die Anwenderabsicht bei der Suche besser zu verstehen, d.h. zu erkennen, wonach der Nutzer konkret suche und ihm schnell zum gewünschten Ergebnis zu verhelfen. Außerdem seien ein besseres Verständnis von Inhalten und Kontext für die individuelle Suche entscheidend. Zudem sei es von Bedeutung, wie man den Anzeigenmarkt effizient und mit hoher Rendite gestalten könne.

„Diese drei Punkte werden den Markt meiner Meinung nach in Bewegung bringen“, erklärte Nadella.

Um die Qualität der Suchergebnisse zu steigern, arbeite Microsoft bereits daran, die Muster in Suchanfragen besser zu verstehen. Ziel sei es außerdem, den Umgang der User mit dem Internet zu analysieren, um so Suchverhalten und Muster zu erkennen. So könne man Anzeigenkunden gezielt Informationen für personenbezogene Werbung liefern.

Auch die ständig wachsende Zahl von Inhalten spiele für den künftigen Suchmaschinenmarkt eine Rolle. Suchmaschinen müssten künftig bessere orts- und zeitbezogene Ergebnisse liefern und die Suche personalisieren.

Microsoft nehme die Anforderungen der Anzeigenkunden an die Live Search sehr ernst. Suchmaschinenanbieter müssten sowohl online als auch offline investieren, um Benutzeroberfläche und Suchfunktionalität besser miteinander zu vereinbaren. Geschlossene Anzeigensysteme müssten sich für eine höhere Effizienz öffnen.

Mit Live Search wolle Microsoft die besten Suchergebnisse liefern, Schlüsselaufgaben vereinfachen und das Suchmaschinengeschäft grundlegend erneuern, erklärte Nadella. Mit der Übernahme des auf semantische Suchen spezialisierten Unternehmens Powerset habe Microsoft einen ersten Schritt getan, um diese Ziele zu erreichen.

Die Internetsuche solle ähnlich wie bei der Bilder- und Videosuche weiter vereinfacht werden. Außerdem will das Unternehmen Synergieeffekte aus anderen Microsoftsparten, etwa MSN, nutzen. Nadella erklärte, dass sie Microsoft als Medienkonzern verstehe. „Alles andere wäre Heuchelei.“ Allerdings stelle das Unternehmen keine eigenen Inhalte zur Verfügung, sondern fungiere an Schlüsselpositionen als Anbieter von Such- und Kommunikationstools.

Otis Maxwell, freier Autor und Besucher der Suchmaschinenkonferenz, erklärte in einem Interview, er habe mit Live Search unerwartete Erfahrungen gemacht. „Eigentlich habe ich nach einer Kamera gesucht, mit Google aber nicht das richtige Gerät zum gewünschten Preis gefunden.“ Zwar habe ihn auch die Suche mit Live Search nicht zum Ziel geführt. Seine Suche mit dem Microsoft-Dienst habe sich jedoch deutlich von der mit Google unterschieden. „Das zeigt zumindest, dass Live Search Potenzial hat.“

Microsoft kündigte auf der Suchmaschinenkonferenz auch den Start eines Adcenter-Add-ins für Excel an. Webseiten-Betreiber sollen zudem Microsoft Live Search einsetzen, um Werbung auf ihrer Seite zu veröffentlichen und sich den Anzeigenumsatz mit Microsoft zu teilen.

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