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Linux wird erwachsen

05.02.2001 | 15:36 Uhr |

Das OpenSource-Betriebssystem Linux setzt sich mehr und mehr durch: Im Serverbereich macht es Windows NT bereits ernsthafte Konkurrenz und ist dort auf Platz zwei vorgerückt. Auch Unternehmen vertrauen wichtige Daten inzwischen der Pinguin-Plattform an: Nun setze es sich auch bei unternehmenskritischen Anwendungen, etwa bei Banken oder im Risikomanagement durch, so ein IBM-Sprecher.

Das OpenSource-Betriebssystem Linux setzt sich mehr und mehr durch: Im Serverbereich macht es Windows NT bereits ernsthafte Konkurrenz und ist dort auf Platz zwei vorgerückt. Auch Unternehmen vertrauen wichtige Daten inzwischen der Pinguin-Plattform an: Nun setze es sich auch bei unternehmenskritischen Anwendungen, etwa bei Banken oder im Risikomanagement durch, so ein IBM-Sprecher.

Der Computerriese IBM investiert immer mehr Geld in das freie Betriebssystem Linux. Wie wir berichteten, hat der Konzern auf der Fachmesse LinuxWorld in New York und Paris angekündigt, weltweit in den nächsten drei Jahren 330 Millionen Dollar (686 Millionen Mark) in den Kundenservice für die Einrichtung von Linux-Infrastruktur zu investieren.

"Linux ist dabei, erwachsen zu werden. Der Durchbruch ist in manchen Industrien bereits erfolgt", lässt Erich Clementi, bei IBM in Europa für das Hardware-Geschäft zuständig, zum Abschluss der Messe in Paris, seinem Optimismus freien Lauf. Allein in Europa gibt IBM bis 2004 bereits 200 Millionen Dollar für den Test von Linux-Anwendungen in dafür ausgerüsteten Labors aus.

Linux setze sich zunehmend bei unternehmenskritischen Anwendungen durch, erklärte Clementi. Als erste Investmentbank hatte Dresdner Kleinwort Wasserstein in der vergangenen Woche angekündigt, das OpenSource-Betriebssystem (siehe Glossar) auch im Risikomanagement einzusetzen.

"Was gibt es Kritischeres als Risikomanagement?," meint Clementi. IBM und Shell entwickeln gemeinsam einen Supercomputer für die Erdölförderung, der auf Linux basiert und an der Grenze zwischen wissenschaftlichen und kommerziellen Anwendungen arbeitet. Das schwedische Telekomunternehmen Telia lässt die Internet-Daten seiner Kunden auf Linux-Servern verwalten.

Nach Clementis Angaben steht Linux als Betriebssystem bei neu ausgelieferten Großrechnern (Servern) hinter dem Konkurrenten Windows NT von Microsoft zwar noch auf Platz zwei. "Mit einem Plus von 24 Prozent war Linux im vergangenen Jahr aber die am schnellsten wachsende Plattform überhaupt", betont der 42 Jahre alte IBM-Manager. Besonders beliebt sei Linux bei Software-Entwicklern und Studentierenden. An der Verbesserung des von dem Finnen Linus Torvalds entwickelten Betriebssystems kann sich anders als bei der Microsoft-Konkurrenz jeder Interessierte über das Internet beteiligen. Die offizielle neue Version wird schließlich von Torvalds veröffentlicht.

Wie Clementi erläuterte, bedeute die lange Verzögerung des erst seit Anfang des Jahres erhältlichen Linux-Kernels 2.4 "keine unübliche Verspätung". Das bisherige Prinzip der Weiterentwicklung und Autorisierung solle beibehalten werden. "Dieser Prozess hat sehr viel dazu beigetragen, dass es heute nur ein Linux gibt und dass wir ein extrem stabiles und sicheres System haben", fügte der Südtiroler hinzu. IBM werde weiterhin die Unabhängigkeit des anfangs vor allem bei Hackern beliebten Betriebssystems unterstützen. "Es ist Voraussetzung für den Erfolg von Linux, dass dies ein Standard bleibt, der nicht von einem Unternehmen kontrolliert wird." (PC-WELT, 05.02.2001, dpa/ pk/ lmd)

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