247087

Linux und Windows in einem Boot: Microsoft und Novell arbeiten zusammen

03.11.2006 | 13:18 Uhr |

Die beiden ungleichgewichtigen Kampfhähne Microsoft und Novell haben sich darauf geeinigt, künftig in Sachen Windows und Suse Linux zusammen zu arbeiten.

Die beiden ungleichgewichtigen Kampfhähne Microsoft und Novell haben sich darauf geeinigt, künftig in Sachen Windows und Suse Linux zusammen zu arbeiten. Wie Steven Ballmer, Microsofts CEO (Chief Executive Officer) in San Francisco ankündigte, werde der Software-Riese künftig als Wiederverkäufer von Novells Open Source-Betriebssystem Suse Linux agieren, des Weiteren mit Novell für die Interoperabilität der beiden Systeme sorgen. "Linux spielt eine bedeutende Rolle bei Unternehmen", gestand er zu. Um dem Rechnung zu tragen, haben Microsoft und Novell sich auf eine weit reichende Kooperation geeinigt: Sie betrifft sowohl technische Zusammenarbeit, gemeinsames Marketing als auch den Verzicht auf gegenseitige Patentklagen.

Das Abkommen, das zudem ein gemeinsames, noch einzurichtendes Entwicklerzentrum verspricht, könnte für Novells Bemühungen, dem Rivalen Red Hat Paroli bieten zu können, den Durchbruch bedeuten.

Novell CEO Ron Hovsepian erklärte, das Abkommen entspreche dem Wunsch der Kunden, sowohl Windows als auch Linux in einer gemeinsamen Serverumgebung laufen lassen zu können. "Wir haben uns den Kunden angenähert."

Die drei Schwerpunkte der technischen Zusammenarbeit definierten beide Unternehmen so: 1. Virtualisierung. Beide Unternehmen wollen dafür sorgen, dass Suse und Windows als virtuelle Systeme auf einem Server zusammen arbeiten. 2. Web Services. Beide Firmen versprechen, ihre Serversysteme für SOA (Service-oriented architectures) und Web Services einzurichten. Das heißt, sie garantieren nicht nur die Interoperabilität ihrer Betriebssysteme, sondern auch die gemeinsame Verwaltung von Web-Services und die Zusammenarbeit der beiden Verzeichnisdiensten Active Directory und Novell eDirectory bei SOA-Anforderungen. 3. Übereinstimmung der Dokument-Formate. So soll es künftig Konverter zwischen Microsofts Open Office XML und dem OpenDocument Format (ODF) geben. Damit könnten unterschiedliche Office-Anwendungen problemlos Dokumente austauschen und in Datenbanken hinterlegen.

Der Schwerpunkt der Kooperation bei der Vermarktung von Suse Linux ist: Microsoft bezieht von Novell bis zum Jahr 2012 70.000 Berechtigungsscheine pro Jahr, um ein volles Jahr Suse-Support von Novell zu gewährleisten. Die Einschränkung, die Microsoft macht, lautet: Nur "gemeinsame Kunden, die daran interessiert sind, ein virtualisiertes Windows auf Suse Linux Enterprise Server oder einen virtualisierten SLES auf Windows zu betreiben", kommen in den Genuss dieser Unterstützung.

Umgekehrt verspricht Novell, Microsoft bis zumindest 2012 einen festen Prozentsatz seiner Open Source-Einnahmen als Kommission zu zahlen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
247087