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Linux holt auf

Im Server-Bereich entwickelt sich Linux zu einer Bedrohung für Microsoft. In den kommenden Jahren werden immer mehr Server verkauft werden, auf denen das freie Betriebssystem installiert ist. Vor allem bei der Bewältigung von Internet-Aufgaben ist Linux gefragt. Bei Desktop-PCs bleibt Windows dagegen auch in Zukunft unangefochtener Marktführer.

Im Server-Bereich entwickelt sich Linux zu einer Bedrohung für Microsoft. Den Marktforschern von IDC zufolge werden immer mehr Server verkauft werden, auf denen das freie Betriebssystem installiert ist.

1999 überholte Linux Novells Netware und wurde die Nummer Zwei im Markt für Server-Betriebssysteme - nach Microsofts Windows NT. Und in den kommenden vier Jahren sagen die Analysten dem kostenlosen System ein Wachstum von weiteren 28 Prozent voraus - von 1,3 Millionen verkauften Systemen im letzten Jahr auf 4,7 Millionen im Jahr 2004.

Vor allem bei der Bewältigung von Internet-Aufgaben ist Linux gefragt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Neben der geringen Anschaffungskosten ist das Betriebssystem günstig im Unterhalt sowie einfach in der Bedienung.

Die wichtigsten Einsatzgebiete von Servern ist der Betrieb von Websites, E-Commerce-Transaktionen und hoch skalierbaren Datenbank-Anwendungen. Die Nachfrage nach Servern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen - vor allem wegen der Zunahme an Online-Computing und vernetzten PCs. Laut IDC wird die Zahl der verkauften Server-Betriebssysteme bis zum Jahr 2004 jährlich um 17 Prozent wachsen.

In Sachen Umsatz wird Linux jedoch nicht einmal annähernd an Windows heranreichen. Hier wird der Zuwachs in dem genannten Zeitraum gerade mal bei einem Prozent liegen, so die Marktforscher. Microsofts Geschäft werde allerdings in den kommenden Jahren auch nicht mehr so lukrativ sein wie bisher, da viele der neu installierten Server-Betriebssysteme lediglich Upgrades von NT 4.0 auf Windows 2000 seien.

Im Client-Bereich wird sich Linux dagegen nicht so stark durchsetzen wie im Server-Markt. Hier ist Windows der unangefochtene Marktführer mit 87 Prozent Anteil an allen verkauften Betriebssystemen. Die Analysten prognostizieren zwar auch hier einen leichten Rückgang bis zum Jahr 2004 - allerdings nur auf etwa 85 Prozent Marktanteil. "Die Client-Seite ist ziemlich langweilig", so IDC-Analyst Gillen. "Das ist klar eine Microsoft-Domäne". Der Umsatz mit Windows sei im vergangenen Jahr 1,6 Milliarden Dollar gestiegen. Der gesamte Markt wuchs dagegen nur um 1,53 Milliarden Dollar.

Von den 13 Prozent Nicht-Windows-Systemen im vergangenen Jahr waren etwa 5 Prozent Mac-basierte Rechner. Das sei zwar ein 26-prozentiger Zuwachs gegenüber den 4,5 Prozent im Vorjahr - doch das Mac OS sei nach wie vor "keine Bedrohung" für Microsoft. (PC-WELT, 25.07.2000, sp)

IBM setzt voll auf Linux (PC-WELT Online, 23.7.2000)

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