247533

Linux-Wurm greift um sich

26.01.2001 | 12:08 Uhr |

Ramen heißt der erste Wurm, der Linux-Systeme befällt. Das Antiviren-Labor Kaspersky Lab gab gestern bekannt, dass bereits einige Websites befallen wären. Betroffen sind Systeme, auf denen Red Hats Distributionen 6.2 und 7.0 laufen. Ramen ist damit der erste Linux-Wurm, der in "freier Wildbahn" entdeckt wurde.

Ramen heißt der erste Wurm (siehe Glossar), der Linux-Systeme befällt. Das Antiviren-Labor Kaspersky Lab gab gestern bekannt, dass bereits einige Websites befallen wären. Betroffen sind Systeme, auf denen Red Hats Distributionen 6.2 und 7.0 laufen.

Linux galt lange als viren-, trojaner und wurmfrei. Nachdem schon seit einiger Zeit mehrere Viren bekannt sind, hat die Linux-Gemeinde seit einigen Tagen mit "Ramen" ihren ersten aktiven Wurm. Der Übeltäter dringt über drei bekannte Schwachstellen in das Linuxsystem ein und übernimmt als Root sämtliche Zugriffsrechte und schließlich das Kommando über die Website. Anwender bemerken davon zunächst nichts.

In den letzten Woche wurden so mehrere Firmennetzwerke das Opfer von Ramen, wie das renommierte Kaspersky Lab mitteilte. Und auch die Nasa-Website sowie der Internetauftritt der Universität von Texas waren davon betroffen. Der entscheidende Unterschied zu den bisherigen rund 50 Programmen, die als Viren und Co. für Linux bekannt sind: Der Wurm Ramen ist als erster in der "freien Wildbahn" entdeckt worden.

Wie Symantec betonte, befällt der Wurm nur Server, auf denen Red Hat läuft. Vom befallenen System aus infiziert der Wurm dann weitere Systeme mit dem selben Betriebssystem.

Der Wurm verändert die index.html-Datei und verunstaltet die Website. Anschließend wird die index-html durch die Worte "RameN Crew" und "Hackers looooooooooooooooove noodles" ersetzt. Danach erscheint die Nachricht "This site powered by" und das Bild einer Top Ramen-Nudel-Packung - der Programmierer dieses Wurms war anscheinend ein echter Gourmet. Nach dieser in den USA sehr populären Nudelsuppe wurde der Wurm, der im September 2000 entdeckt wurde, benannt. Da kann man allen Linux-Freaks nur noch guten Appetit wünschen.

Bei Red Hat gab es einige Anfragen wegen dieses Problems, wie Melissa London, die Sprecherin des Linux-Distributors mitteilte. Allerdings wäre deren Zahl gering gewesen. Benutzer, die auf dem aktuellen Stand von Red Hats-Patch-Hinweisen wären, sollten keine Probleme bekommen. Da man von der Existenz dieses Wurmes schon länger wusste und in den Medien vielfach darüber berichtet wurde, konnte Ramen nur auf Grund der Nachlässigkeit von Netzwerkadministratoren Schaden anrichten. Dies ist ein aus der Windows-Welt zur Genüge bekanntes Phänomen. (PC-WELT, 26.01.2001, hc)

www.redhat.com

www.symantec.com

www.cert.org

www.kapersky.com

Linux-Wurm greift um sich (PC-WELT Online, 19.01.2001)

Davinia-Wurm macht Ärger (PC-WELT Online, 19.10.2001)

Die Top-Viren des Jahres (PC-WELT Online, 20.12.2000)

`Finance`-Wurm legt sofort los (PC-WELT Online, 14.12.2000)

0 Kommentare zu diesem Artikel
247533